Das iPhone 11 über drei Monate im Alltagstest. Akku, Kamera, iOS, was konnte mich Android User überzeugen und was nicht?

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AUTOR

Uwe B. Werner

Seit gut sechs Jahren bin ich ein ganz zufriedener Android-Nutzer und habe in dieser Zeit etliche Smartphones getestet. Nach einem Mini-Mini-Abstecher zum iPhone 10, den ich hier nicht dokumentiert hatte, lag nun das iPhone 11 vor mir. Würde ich mich damit anfreunden können? Wie gut ist die Face-ID wirklich? Gestensteuerung statt virtuelle Tasten? Was sagt der Akku bisher ja nicht unbedingt die Stärke von Apple. Und die für mich natürlich die Hauptfrage: Wie gut ist die Kamera geworden?

Mein bisheriger täglicher Begleiter war über ein halbes Jahr lang das Huawei P30 Pro. Vor allem der große Akku von 4.200 mAh und die sensationelle Kamera, hatten mich sehr von diesem Smartphone überzeugt. Würde das iPhone 11 (in der normalen Ausführung) mich da überzeugen oder enttäuschen?

Für drei Monate tauschte ich somit meinen “Dailydriver” aus und nutzte fast ausschließlich das iPhone 11 im Alltag.

Von Android zu iOS

Ich erinnere mich noch gut daran, wie umständlich damals der Umstieg von iOS zu Android gewesen war. Bis zum iPhone 5 hatte ich überwiegend Apple Geräte benutzt, zumal ich schon damals überwiegend mit einem iMac oder Macbook gearbeitet hatte.

Heutzutage gibt es zahlreiche Apps und Software, um zwischen den System wechseln zu können. Natürlich gibt es nicht jede App auf beiden Systemen. Hier ist der Unterschied doch teilweise recht groß, doch dazu später. Vor allem WhatsApp lässt sich gar nicht ohne weiteres übertragen, da beide Apps eine unterschiedliche Architektur nutzen. Auch wenn es noch so viel nette Anleitungen gibt, kommt man letztlich kaum um ein kostenpflichtiges Programm herum. Ärgerlich.

Viele andere Daten, wie Kontakte, lassen sich aber gut übertragen oder per Google einfach synchronisieren. Hier gabs es kaum Schwierigkeiten.

iphone 11 im Alltagstest

iPhone 11 vs Huawei P 30 Pro

Vielleicht ist es nicht ganz fair, die beiden Smartphones miteinander zu vergleichen. Ein direkterer Vergleich wäre wohl ein Huawei P30 gegen das kleinste iPhone 11 gewesen. Mir geht es hier weniger um rein technische Vergleiche, sondern mehr um das Feeling, die Haptik etc.

iphone 11 im Alltagstest
iphone 11 im Alltagstest

Von der reinen Optik wirkt das iPhone gegenüber dem Huawei P30 Pro eher gedrungen und breiter. das liegt sicherlich auch am Waterfall-Display des P30 pro. Durch die Höhe kann das Smartphone auch insgesamt dünner ausfallen als das iPhone. Dieses prunktet wiederum mit der guten Erreichbarkeit des ganzen Displays und damit mit einer guten Einhand-Bedienung.

Insgesamt wirkt das Huawei etwas edler und hochwertiger, was natürlich auch das starke Olead-Display gegenüber dem iPhone 11 ausmacht. Hier wäre der Vergleich mit dem iPhone 11 pro sicherlich schon anders gewesen.

Das P30 pro bringt einen sehr guten Fingerabdrucksensor im Display mit, dafür hat das iPhone Apples Face-ID an Board, die ich nun das erste mal ausgetestet habe.

iphone 11 im Alltagstest

Face-ID beim iPhone

Face-ID ist schon eine ganz coole Sache beim iPhone. Mit Brille, auch mit unterschiedlichen Brillen, erkennt mich das iPhone selbst mit Mütze gut. Das geht auch in fast vollständiger Dunkelheit. Dafür geht es ohne Brille gar nicht, obwohl ich da noch eine zweite ID hinterlegt habe. Trotzdem überwiegt der positive Eindruck, da ich damit so gut wie alles entsperren kann, sei es Bankgeschäfte oder App-Installation. Das ist schon sehr praktisch und schnell.

iOS vs Android

Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Während ich bei Android gern meine Oberflächen angepasst und mit diversen Launchern verändert habe, sehen alle iPhones bis auf das Hintergrundbild ziemlich einheitlich und gelinde gesagt von der Oberfläche auch langweilig auf. Hier hätte ich mir im Laufe der Jahre etwas mehr erwartet.

Benachrichtigungen funktionieren bei beiden Systemen, wobei hier ganz klar das iPhone die Nase vorn hat. Insgesamt wirkt die Systemarchitektur etwas ausgereifter und die Zusammenarbeit mit einem Macbook, selbst wenn man keine iCloud verwenden mag, ist nach wie vor schon mehr als gut.

Apropos iCloud. Die wird natürlich, genau wie Siri, tief in allem verankert, aber man kann auch ohne beides gut auskommen. Siri habe ich komplett ausgeblendet und soweit es geht deaktiviert. Ich nutze gern auch auf dem iPhone den Google Assistant. Überhaupt habe ich Google auch hier recht gut integriert. So landen alle meine Fotos nach wie vor bei Google, weil ich dort mehr Platz habe und ich die Preise für die iCloud ehrlich gesagt überteuert finde.

Das iOS hat mich mit ein paar netten Features überrascht, die ich von früher noch nicht kannte. Beispielsweise die Funktion der Bildschirmzeit. Ich bin zwar kein Smartphone-Junkie, der jede Minute auf das Display starren muss, aber trotzdem war ich überrascht, wieviel da im laufe eines Tages zusammenkommt. Zeit mal über die eigenen Nutzungsgewohnheiten nachzudenken.

iphone 11 im Alltagstest

Das Zubehör des iPhone 11

An dieser Stelle fühlt man sich bei Apple leider längst nicht mehr als Premiumkunde. Im Gegenteil. Mitgeliefert werden nach wie vor die Standardkopfhörer. Diese haben zwar wenigstens einen Lightning- Anschluss, aber warum hat 2019 Apple nicht längst USB-C?

Die Kopfhörer sind leider nach wie vor eher mittelmässig, aber wahrscheinlich isst das auch ein Verkaufsargument für die teuren Airpods oder Airpods pro. Was mich aber ein wenig ärgert ist das Netzteil. Es gibt es Netzteil mit schneller Aufladung, aber das darf man sich dann für ein fast 900 Euro teures Smartphone noch extra kaufen. Eigentlich ja schon eine Frechheit und im Gesamtbild gibt das ein dickes Minus bei mir.

Das beigefügte Netzteil 5 Watt lädt natürlich auch brav, aber eben recht behäbig. Da bleibt einem der Weg zum teuren Nachkauf oder zu diversen alternativen Anbietern, wobei man da sehr aufpassen sollte, das diese am besten zertifiziert sind.

iphone 11 im Alltagstest

Was ich auf jeden Fall empfehle ist ein gutes Case, was nicht zu sehr aufträgt, aber die Rückfront doch schützt. Dazu dann noch eine Panzerglasfolie und man ist recht gut geschützt. Ich benutze folgende Komponenten dazu:

Apps ohne Ende

Schon früher, als ich damals noch ein iPhone nutzte, gab es viele Apps die mich begeisterten und welche ich nach dem Umstieg zu Android auch vermisste. Tweetbot für Twitter ist sicherlich so eine App. Gleich wieder geladen und auch wenn das mit dem Push durch Twitters Restriktionen, nicht mehr so gut geht, bleibt die App doch mein Favorit in Sachen Twittern.

Vor allem in Sachen Foto-Apps gibt es etlich gute bis sehr gute, die ich gern an anderer Stelle hier nochmal genauer vorstellen werde. Aber auch sämtliche Finanztransaktionen und Bankkontenverwaltungen lassen sich sehr gut und leicht durchführen. Einige Apps gefallen mir hier wesentlich besser als das Pendant bei Android.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten und so verbleibt die Kontakt-App von iOS nach wie vor weit hinter aktuellen Möglichkeiten und Standards zurück, genau wie die integrierte Mail-App. Zum Glück gibt es hierfür gute Alternativen.

Der AppStore ist nicht so bunt wie sein PlayStore-Kollege, mitunter muss man schon gut wissen wonach man sucht, aber bisher bin ich trotzdem immer mal wieder über interessante neue Apps gestoßen. Insgesamt erscheint subjektiv kleiner, dafür sind viele Apps auch in der user experience durchdachter. Die Standardapps, auch im Bereich Social-Media und News sind 1:1. Für Mails, Kalender und Kontakte nutze ich indessen Alternativen. Diese stelle ich gesondert mal vor.

iphone 11 im Alltagstest

Akku Laufzeit beim iPhone 11

Während ich mir beim Huawei P30 pro eigentlich nie Gedanken um den Akku machen musste und meist über 2 Tage bei normaler Nutzung hinkam, erinnerte ich mich beim iPhone noch gut an Akkunotstand und extra Powerbanks. Und wie schaut es heute da aus?

Apple schweigt sich über die genau Akkulaufzeit aus, aber Insider gehen beim iPhone 11 von 3100-3200 mAh aus. Das ist immer noch reichlich weniger als das Huawei mit seinen 4200 mAh und entspricht auch ungefähr meinen Beobachtungen. Trotzdem komme ich beim iPhone gut durch den Tag. Hier hat einiges verbessert. ich ertappe mich allerdings auch dabei Bluetooth eher mal zu deaktivieren und nicht ständig mit meiner Amazfit zu synchronisieren.

Alles in allem sicherlich Luft nach oben, aber man kann damit ganz gut leben und arbeiten, so man nicht dauerhaft Videos aufnimmt.

iPhone Testbild

Die Kamera

Neben der Akkuleistung für mich eines der wichtigsten und spannendsten Themen. Sowohl das Huawei P20 Pro als auch das P30 pro haben hier die Messlatte sehr hoch gelegt. Kann das iPhone in der normalen 11er Ausführung da mithalten?

Kurz gesagt: jein

Fairererweise muss man dazu sagen, ich durfte auch ein iPhone 11 Pro für einen Tag nutzen und auch das kam in der Kameraleistung nicht weiter heran. Überhaupt erschien mir subjektiv der Unterschied mit der zusätzlichen Linse nicht wirklich eines Upgrades wert.

Auch wenn sich sehr viel bei den Kameras beim iPhone 11 getan hat, so spielt, zumindest fotografisch, das Huawei P30 pro noch immer in einer anderen Liga… mit Abstrichen.

Der Nachtmodus erscheint beim Huawei P30 Pro auf den ersten Blick sehr viel besser, allerdings überzeugt hier das iPhone mit besserer Dynamik auch schwierigen Verhältnissen. Trotzdem vermisse ich den Pro-Modus, zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten des P30 Pro. Hier hätte Apple sicherlich mehr Möglichkeiten gehabt.

Was die Fotos angeht, ist Apple aber auf einem guten Wege. Mit einigen Kamera- und Foto-Apps kann man zeigen, was eigentlich mit der Kamera des iPhone 11 möglich ist. Auch hier werde ich einiges noch einzeln vorstellen.

Im Bereich Video war Apple bisher schon ganz weit vorn und sie haben den Platz derzeit noch weiter ausgebaut. 4K Aufnahmen mit 60 fps und einer guten Stabilisierung, das haut einen schon mal um. Gerade die Videoaufnahmen sind bei Huawei ja bis heute eher die Schwachstelle, hier punktet das iPhone komplett.

Video

Wer, wie ich, von Huawei eben nicht besonders verwöhnt ist, was Videoqualitäten auf einem Smartphone angeht, für den ist Apples iPhone 11 schon ein krasser Sprung nach oben. Längst konnte ich nicht alles austesten und beschäftige mich gerade mit diversen Video-Apps und der bestmöglichen Übertragung an PC und Mac. Bei der Qualität bekomme ich einfach Lust auf mehr!

YouTube

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Und hier schon mal etwas am iPhone direkt bearbeitet, aber dafür in niedrigerer Auflösung:

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Im Alltag und mein Fazit

Alle Werte, alle Tests, alles gut und schön, aber wie schlägt sich nun das iPhone 11 bei mir im Alltag?

  • Der Akku könnte gerne noch etwas größer sein, aber man kommt ganz gut durch den Tag. das Nachladen dauert ohne Schnell-Ladenetzteil aber verhältnismässig lange.
  • iOS überzeugt in der Anwendung, Benachrichtigungen und mit Face-ID lässt sich damit auch unterwegs sehr bequem arbeiten. Schön, dass Passwortmanager wie z.B. LastPass gleich wunderbar mit integriert werden.
  • Der Telefonklang ist gut und es gibt weniger Ausfälle oder Abbrüche als beim Huawei P20 Pro
  • Der Sound ist gut, aber meist höre ich eh nur über Kopfhörer. Bluetooth-Verbindungen sind rasch und einfach hergestellt.
  • Das Display ist zwar kein Olead, genügt mir aber im Alltag völlig und selbst unterwegs kann ich darauf gut mal entspannt im Zug Videos schauen.
  • Die Zusammenarbeit mit meinem Macbook ist erstklassig. Hier zeigen sich die Stärken von iOS und MacOS.
  • Aber auch mit meinem PC verträgt sich das iPhone ganz ordentlich.
  • Leider lässt iOS noch immer keine Optimierung und Individualisierung der Oberfläche zu, dadurch wirkt alles etwas eintönig. Praktisch, aber schön geht anders.
  • Wozu ich den haptischen Sound-off Knopf brauche bleibt wohl für immer ein Rätsel für mich
  • Die Kamera kann mehr als sie vermuten lässt und ist durchaus auch für Urlaubsbilder zu gebrauchen
  • Die Videoqualität ist umwerfend!

Alles in allem hat mich das iPhone 11 dann doch ziemlich überzeugt. Okay, das Huawei P30 pro macht mitunter noch die besseren Fotos, aber im Gesamtpaket kommt Apples iPhone an meine Bedürfnisse nahe dran. Und so löste es letztendlich das Huawei P30 pro als “DailyDriver” bei mir ab. Das will dann schon was heißen…

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