Auch Maßeinheiten werden zunehmend globalisiert. Vielfach bleibt die Kenntnis über ältere Maße dabei auf der Strecke.

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Uwe B. Werner

Die Globalisierung unserer Welt ist allumfassend und macht auch vor Einheiten, Maßen und Gewichten nicht halt. Rechneten unsere Eltern oder Großeltern noch in Doppelzentnern, sind uns heute diese maße schon fast fremd. Was ist geblieben von Zentern, Zoll & Co?

Das Sterben der Maße in der Sprache

Ein Pfund, eine Dezitone, ein Doppelzentner, ein Quintal – alles Begriffe, die ich in frühester Jugend mal gehört habe, aber zumeist heute nicht mehr benutze. Gewichte und Maßeinheiten waren nicht immer so konform und angeglichen wie wir das heute kennen.

100 Kilogramm heißen in Österreich ein Zentner. In Deutschland heißt die gleiche Kilogramm-Zahl aber Doppelzentner und man kann sogar Dezitonne dazu sagen.

Natürlich rührt das Wirrwarr vor allem auch von alten politischen Grenzen und Abgrenzungen. Es hat lange gedauert bis sich einheitliche Standards durchgesetzt haben. Wer sich dabei mal kurz mit der Geschichte des Zentners auseinandersetzt wird staunen wieviel unterschiedliche Maßangaben dabei einem Zentner zugeschrieben werden.

Mein Großvater als Gärtner und Bauer redete oft von Doppelzentnern. Meist waren Kartoffel oder Kohlen damit gemeint. Im heutigen umgangsprachlichen gebrauch nutzen wir solche Bemessungen gar nicht mehr. Eine kurze Umfrage in der Familie nach dem Unterschied zwischen Doppelzentner und Dezitonne brachte Stirnrunzeln und Schulternzucken hervor. Uns sind heute andere Maße vertrauter und im Alltag auch wichtiger. Allenfalls in der Landwirtschaft oder Logistik werden solche Maße noch aktiv genutzt.

Meine alte 5,25 Zoll Diskette

Wer schon etwas länger mit Computern zu tun hat, der wird sich vielleicht an die Anfangszeiten erinnern, wo Festplatten noch klein und Disketten noch groß waren. Einem DJ gleich wechselten wir die Disketten beim Einrichten von Programmen. Waren es zuerst die großen pappigen 5,25 Zoll Disketten, wurden diese später abgelöst von den kleineren und stabileren 3,5 Zoll Disketten als “tragbare Datenträger”

Mir war damals gerade so klar, dass die Zoll-Bezeichnung der Durchschnitt, also die Größe der Disketten war. Ansonsten kannte ich nur noch einen “Zollstock”, auf dem aber schon gar kein Zoll mehr abgebildet wurde. Noch heute rechnet die halbe Welt in Zoll als Längenmaß. Dies merken wir vor allem wenn wir in die USA, nach Kanada oder Australien mal in den Urlaub fahren. Wir, hierzulande, lernen das Prinzip und die Umrechnung des Zoll zwar in der Schule, aber – Hand aufs Herz – wer merkt sich das später noch, wenn man nicht gerade beruflich damit umgeht?

Früher hatte ich einen Taschenrechner, der auch Maßeinheiten umrechnen konnte, heute nutze ich bequem einfach das Internet dafür. Trotzdem finde ich es nach wie vor etwas seltsam, dass ein Zoll 2,54 Zentimeter hat. Das uns geläufige Dezimalsystem erscheint logischer und einfacher, aber das ist dann wohl alles auch nur eine Sache der Gewöhnung.

Auch andere Maßeinheiten spielen bei uns keine große Rolle (z.B. die Meile) oder werden langsam vergessen wie die Elle, Fuß, Spanne und viele mehr. Wir brauchen sie einfach kaum noch in unserem Alltag und werden manchmal in anderen Ländern (Z.B. Zoll und Meile) damit konfrontiert. Ohne Hilfsmittel zur Umrechnung kommen die wenigsten von uns dann damit klar.

Ist die Globalisierung also doch noch nicht so fortgeschritten? Werden wir auch in 50 Jahren noch mit Zoll und Zentimeter rechnen?

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