Leben & Arbeit

Ein Tag ohne Internet pro Woche

Was als Experiment begann, ein internetfreier Tag in der Woche, wird zur dauerhaften Gewohnheit und tut gut. Warum das so ist? Lest selbst!

Als Nokia mit seiner Wiederauferstehung des legendären 3310 auf die Bühne trat, war neben all der Nostalgie (klar hatte ich früher auch so eins) auch plötzlich der Gedanke einmal mehr präsent: Kein Internet, kein Social Media…

Der Gedanke an sich ist dabei nicht neu. Wer wie ich beruflich quasi nonstop im Internet unterwegs ist und nebenbei noch Projekte wie diesen Blog vorantreiben möchte, für den wird die große Social Media Blase allmählich zum zeit- und nervenfressenden Moloch, ohne den nichts mehr im Leben zu gehen scheint.

Aus Social Media wird Social Mania und ja, ich bin mittendrin statt nur dabei. Während ich Twitter immer im Laufe der Jahre nur gelegentlich betreibe und nie tausende von Leute gefunden habe, die das, was ich von mir gebe, interessant genug fanden mir freiwillig zu folgen, hat Facebook fast Google als Startseite bei mir abgelöst. Es wird mehr und mehr gefiltert zum Newsportal, eine eloquente Mischung aus Nachrichten aus der Welt und viel Selbstdarstellung der Menschen, denen man dort folgt.

Social Media

Bitte nicht falsch verstehen, auch ich bin Teil der Social Media Blase geworden. Ich präsentiere mich auf Instagram (nicht mich selbst, soweit geht der Narzissmus dann doch nicht), bzw. was mir gefällt, glaube immer noch Leser auf Google+ zu finden und natürlich pinne ich auch fleißig auf Pinterest. Im Grunde verbringe ich mehr Zeit damit meine Fotos und Inhalte divers zu teilen als sie zu produzieren.

Nicht, dass es mir nicht auch großen Spaß bereiten würde. Wäre dem nicht so, würde ich einfach alles abschalten. Aber ist es denn damit getan?

In meinem Artikel über einen Tag in 1980 bemerkte ich schon, das die „Nichterreichbarkeit“ heute mehr und mehr ein Luxus zu werden scheint. Vielleicht noch nicht mal unbedingt die Unerreichbarkeit an sich, aber indessen sind wir mit all unseren Smartphones ja auch mobil und unterwegs ständig in der Social-Media-Facebook-Whatsapp-Klammer erreichbar.

Vielleicht rührte daher einen kurzen Moment der Gedanke mit einem Handy ohne all dies zufriedener zu sein?

Stattdessen habe ich für mich eine andere Lösung gefunden. Einen Tag in der Woche (aus berufsbedingten Gründen wird das auf das Wochenende verlegt) werde ich mein Handy nur noch zum Musik hören, zum Fotografieren für unterwegs und als gutes altes Telefon nutzen. Ein Tag ohne Social media, ohne Facebook & Co, ohne Messenger, Twitter und all dem.  Ein Tag bei mir sein, mich altmodisch übers Telefon verabreden und statt alle Minuten zu schauen was es neues gibt, mich mehr mit mir und den Menschen um mich herum beschäftigen.

Das ist kein Ausstieg, keine Verweigerung, das ist eine wöchentliche Auszeit, vielleicht auch um den wachsenden Widerwillen etwas entgegen zu wirken. Es ist alles eine Frage des richtigen Maßes, so auch hier. Ein Experiment, über welches ich noch zu berichten wissen werde…

1 Kommentar

  • Guter Plan, Uwe. Ich bin auch beruflich sehr ans Internet gebunden. Vielleicht sollte ich das auch bei mir einführen. Andererseits nehme ich mir ja bewusst meine Auszeiten. Aber du hast Recht: Das muss man schon mal machen. Sonst ​wird man noch verrückt in diesem Moloch.

Hinterlass einen Kommentar

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen