Eine Umstellung der Ernähgrung muss kein rotes Tuch sein. Wieso es mir leicht fiel und wenig Verzicht mit sich brachte. Besser leben!

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Uwe B. Werner

Ernährungsumstellung ist für viele ja ein rotes Tuch

Es ist vielleicht auch kein ganz glückliches Wort, aber hat sich eben so doch durchgesetzt. Verbesserung der Ernährung wäre vielleicht richtiger und positiver.

Die Meisten von uns verbinden mit der Umstellung der Ernährung gleich Einschränkungen, Diäten, Zwangsmaßnahmen und schlimmeres. Auch ich war zunächst zögerlich, doch der Wunsch etwas zu verändern und vor allem zu verbessern war einfach zu groß.

Vorausgegangen ist dem Ganzen ein ziemlich langes Martyrium mit Magenbeschwerden, Übergewicht, stetigem Unwohlsein und der schlussendlichen Erkenntnis: so kann das einfach nicht weitergehen!

Unverträglichkeiten

Vorausgegangen war schon Jahre zuvor die Erkenntnis, dass ich unter einer relativen Kasein-Unverträglichkeit leide. Kasein (oder Casein) ist der Proteinanteil der Milch und eine Unverträglichkeit hat nichts mit der landläufig oft gleichgesetzten Laktoseintoleranz zu tun.

Wer eine Kasein-Unverträglichkeit diagnostiziert bekommt darf, je nach Schwere der Unverträglichkeit, weniger bis gar keine Milchprodukte zu sich nehmen. Das ist schon ein herber Schlag für ein ausgemachten Käse- und Milchliebhaber wie mich. Doch die Folgen bei Nichteinhaltung hatte ich Jahrelang zuvor zu spüren bekommen: ständige Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und mehr. Insofern war ich zumindest froh, das man herausgefunden hatte, was da nicht stimmt.

Eine schulmedizinische Diagnose ist im Übrigen noch gar nicht so lange möglich. Eine Therapie ist, wie bei vielen Allergien oder Unverträglichkeiten eine Desensibilierung des Körpers. Da gibt es allerdings bislang noch keine guten Therapieansätze und auch die Krankenkassen zucken zumeist noch mit den Schultern. Mit Hilfe eines guten Arztes oder/und Ernährungsberaters kann man heute aber schon viel leichter mit der Sache umgehen.

Bei Laktoseintoleranz gibt es indessen laktosefreie Milch oder man kann auf Sojamilch und Hafermilch umsteigen. Viele Menschen mit einer Kasein-Unverträglichkeit zeigen leider jedoch auch da teilweise hohe Unverträglichkeiten. Für mich war dies keine Alternative und an Ziegenmilch konnte ich mich einfach nicht gewöhnen.

Ernärungsumstellung

Verzicht und Gewinn beim Umstellung der Ernährung

Heute, Jahre später, kann ich durchaus wieder Käse oder Jogurt, Milch und anderes in kleinen Mengen zu mir nehmen. Einige Dinge sind jedoch nach wie vor tabu: Frischkäse, viel Eis im Sommer, frische Kuhmilch und teilweise auch Quark. Anderes, wie Buttermilch ist dagegen kein Problem mehr.

Doch das alles ist ja nur die Vorgeschichte und der Aufhänger zur eigentlichen Umstellung meiner Ernährung.

Durch ein langes Gespräch mit einem Ernährungsberater und durch die Erfahrungen der Umstellung der Ernährung bei einem guten Freund, kam mir der nächste Schritt eigentlich ganz logisch vor. Ich begann zu notieren welche Nahrungsmittel mir nicht bekommen /auf welche ich nicht gut reagiere. Die Liste war kunterbunt und im Abgleich mit den Empfehlungen des Ernährungsberaters kamen einige Ergebnisse zustande, die mich erstmal verunsicherten.

Auf Schweinefleisch zu verzichten (nicht aus religiösen Gründen), die Nutzung von Produkten mit Weizenmehl stark zu reduzieren und stattdessen Dinkel zu bevorzugen, die Trinkgewohnheiten an Wasser und Tee zu verändern usw… Eine lange Liste und zunächst dachte ich auch: will ich das wirklich?

Doch ganz ehrlich: es ist ja nicht so, als würde ich wirklich auf etwas verzichten, vielmehr tausche ich die Lebensmittel nur aus, ernähre mich besser, gesünder und für mich bekömmlicher.

Ernärungsumstellung

Auf Weizenprodukte zu Verzichten ist teilweise schon anstrengend. Modern gezüchteter Weizen steckt in mehr Produkten als wir allgemein glauben. Der Umstieg auf Dinkelbrot ist mir nicht schwer gefallen, da ich den Geschmack sehr gern mag. Allerdings habe ich festgestellt, dass es auf Dauer doch etwas abwechslungsreicher sein muss. Nicht jeder hat Zeit und Lust unbedingt Brot heute selbst zu backen. Die Angebote der zumeist großen Bäckerketten sind da zum Glück schon etwas vielfältiger geworden, aber die Auswahl fehlt doch.

So greife ich mitunter, auch wegen der Bekömmlichkeit, auf Mischprodukte mit einem möglichst geringen Weizenanteil zurück.

Auch Pasta gibt es zum Glück in vielen Dinkelvarianten, die zwar den Geldbeutel verschlanken, aber nicht immer schmackhaft sind. Vor allem Vollkorndinkel-Pasta verträgt nicht jeder gut. Zum Glück gibt es indessen dort wirklich leckere Alternativen:

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Aber auch beim Reis habe ich Veränderungen eingeführt. Weg vom 0815 Kochbeutelreis und hin zu den etwas teureren, aber für mich besseren, Wild- und Basmatireismischungen. Nachdem ich das gekostet habe, fragte ich mich, wie ich den Einheitspamps so lange essen konnte.

Wasser und Tee, weniger Kaffee, aber auch ab und zu mal Tage zum genießen, dem inneren Schweinehund Auslauf gönnen. Wer sich immer nur selbst maßregelt, hat letztlich keine Freude.

Eine Ernährungsumstellung ist so individuell wie der Fingerabdruck. Deshalb können Bücher oder Artikel aus dem Netz lediglich Hilfestellungen geben und Richtungen aufzeigen. Eigenes Verständnis für den Körper, ärztliche Hinweise und ein ausführliches Gespräch mit einem guten Ernährungsberater sind dabei nicht nur hilfreich, ich glaube sogar unabdingbar, wenn man es richtig angehen will.

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Nach einigen Monaten fühle ich mich deutlich besser und kraftvoller. Konzentrationsmüdigkeiten und ständige Magenschmerzen gehören weitestgehend der Vergangenheit an. Gepaart mit einem Sportprogramm kann ich für mich nur sagen: es war nicht schwer, es war keine Qual. Ich ernähre mich besser, verzichte auf wenig und fühle mich rundherum wohler.

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