Leben & Arbeit

Mythos Detektiv

 

Wie jedes Kind hatte auch ich so meine Ideen und Berufswünsche. Für mich stand fest, wenn ich groß bin werde ich Indianerhäuptling oder Rechtsanwalt von Beruf…oder Detektiv. Das mit dem Indianerhäuptling hielt nicht so lange vor und als mir klar wurde dass man als Rechtsanwalt erst ein halbes Leben lang studieren musste, war ich dann doch davon überzeugt: Detektiv, das wird mein Job mal werden. „Drei Engel für Charlie“ oder „Remington Steele“ unterstützten die jugendlichen Träume. Das war vielleicht aber auch ein aufregender Beruf. So ein Detektivkoffer musste her und schon bald nahm ich überall in der Wohnung Fingerabdrücke ab und staubte dabei alles zur Begeisterung meiner Mutter voll…

Natürlich ist der Mythos Detektiv schon viel älter. Schon viele Jahre früher faszinierten Sherlock Holmes, Philip Marlowe oder Miss Marple ihre Leser. Der Mythos des Rätsel lösens, des auf die Spur kommen und der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen hat Jungen und Mädchen, aber auch viele Erwachsene lange Zeit begleitet und stark auch die Sichtweise des Berufs geprägt. Kaum ein Berufsbild, welches so von der Literatur, Film und Fernsehen beeinflusst wurde.

Vor einiger Zeit durfte ich mich mit einem ehemaligen österreichischen Berufsdedektiv unterhalten. Er erzählte mir über den Alltag, der vergleichsweise unspektakulärer, aber auch vielfältiger einher kommt, als uns bewusst ist. Das dies in Deutschland beim Privatdetektiv vergleichbar ist, konnte er mir bestätigen. Es sind neben den privaten Auftraggebers, in denen es vor allem um Sorgerechts- und Unterhaltsangelegenheiten, Erbschaftsstreits oder Vermisstensuche geht. Der Großteil der Klienten kommt aber aus der Wirtschaft, wusste er zu berichten. Detektive sind für die Wirtschaft heute ein ganz probates und wichtiges Mittel. Ob Schwarzarbeit, Aufklärung von Diebstählen oder aber Markenpiraterie und Industriespionage – die Einsatzgebiete sind ebenso vielfältig wie wichtig. Welches mittelständische oder größere Unternehmen kann sich heute noch einen eigenen Werkschutz leisten, der solchen Aufgaben auch gewachsen ist. Der Blick von Außen, die neutrale Herangehensweise sind da oft mehr hilfreich.

Detektive sind Gewerbetreibende, müssen sich mit Buchhaltung und Steuern herumschlagen, eine Firma wie jede andere auch, egal ob Einzelperson oder große bundesweite Detektei. Das Berufsbild im Alltag ist sicherlich weniger glamourös und actiongeladen und doch übt er eine besondere Faszination auf uns aus. So ganz können wir uns dem Mythos wohl nicht entziehen.

(Bildnachweis: R.Scheiwiller - www.fotolia.de) 

1 Kommentar

  • Ein sehr schöner Beitrag über den Detektiv-Beruf! Vieles ist tatsächlich bei Leibe nicht so spannend und interessant wie im Fernsehen oder in der Literatur, aber auch in der Realität gibt es immer mal wieder regelrechte „Abenteuer“ mit sehr fordernden Fällen – persönliche Tragödien, unglaubliche Dreistigkeit bei Straftaten und vieles mehr. Wir erleben es täglich.

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