Leben & Arbeit Leipzig

Blick zurück nach vorn

Samstag, 28.Mai 2011

Auf dem Wege nach Berlin. Der Zug fährt an der Elbe entlang und für einen Moment ärgere ich mich doch die Kamera nicht mitgenommen zu haben. Doch eine Aufgabe wartet auf mich.
Es ist keine reine Vergnügungsfahrt, die mich in die alte Heimat treibt. Morgen trifft unser Verein ZukunftTraum e.V. zur wahrscheinlich letzten Mitgliederversammlung zusammen. Die Auflösung steht auf dem Programm. Schon länger als Möglichkeit betrachtet und nun auch ordentlich als Antrag zur Tagesordnung von mir eingereicht. Irgendeiner musste es ja tun, doch die Mehrheit wird wohl dafür stimmen.

Wie kam es dazu?

Es liegt nicht an der Idee, denn generationsübergreifende Wohnprojekte sind zukunftsweisend, nachhaltig und  ich bin vom Nutzen für Stadtquartiere überzeugt. Gerade sind wir mit der Firma selbst dabei in Dresden dazu einiges zu bewegen. Nicht nur im Netzwerk, sondern auch in konkreten Projekten.
Für mich persönlich macht die Mitgliedschaft in einem Verein nur insofern Sinn, wenn ich mich dort auch aktiv mit einbringen kann. Dies ist seit meinem Umzug schwierig, ja fast unmöglich geworden. Ich bekomme vieles nur noch aus der Ferne mit und bin als Teil des Vorstandes so ziemlich unnütz geworden.
Doch neben den persönlichen Gründen, die jeder vielleicht haben mag, sind wir uns darüber wohl einig, dass einfach die nötige „manpower“ fehlt, um effektiv weiter arbeiten zu können. Viele Wege haben sich im Laufe der Zeit gekreuzt und sind auch wieder auseinander gegangen. So ist das eben im Leben. Einzelne haben vielleicht andere Projekte gefunden, andere sind mit dem erreichten zufrieden und für wieder andere  hat sich aus der gemeinsamen Zeit und Arbeit etwas ganz Neues ergeben.

Für mich zum Beispiel.
Ohne die Arbeit bei ZukunftsTraum und die ganzen Erfahrungen, die wir dort sammeln konnten wäre unsere Firma (caveomedia) sicherlich heute nicht das gleiche. Das Sozialmanagement ist nach wie vor ein großer und wichtiger Bestandteil unseres Angebotsspektrums.
In gut zwei Wochen steht die Pressekonferenz zur Veröffentlichung des Netzwerks NWID (Neues Wohnen in Dresden) an. Auch dies hätte es ohne den Berliner Verein wahrscheinlich niemals gegeben. Als ich nach Dresden kam, brachte ich eben auch die Idee und das Vorbild mit, welches ich in Berlin erfahren hatte. Ich verstand nicht, wieso in Dresden jeder für sich arbeitete. Erst später wurde mir die Vorgeschichte bekannt. So zog ich von einem zum anderen und versuchte alle für meine Idee zu gewinnen. Ein Jahr dauerte es, doch nun steht ein breites Bündnis parat sich in einem Netzwerk übergreifend zu organisieren, auszutauschen und mit einer Stimme zu sprechen.
Neues Wohnen in Dresden… alternative Bau- und Wohnweisen, nachhaltige Projekte für die Stadt und Umgebung. Dresden kann mehr… und wir wollen etwas bewegen.
Nun werde ich also als Initiator und Mitgründer vor der Presse sitzen und versuchen auszudrücken was wichtig ist und warum Dresden dieses Netzwerk als Stadt braucht. Ich freu mich darauf.

All das hätte es ohne den Berliner Verein nicht gegeben und so bin ich froh über diese Zeit. Eine Tür schließt sich und andere haben sich bereits geöffnet.

Alles hat seine Zeit und so ist es für mich ein Abschied ohne Wehmut, sondern in Dankbarkeit und mit dem Blick nach vorn.

2 Kommentare

  • Interessanter Text und schön beschrieben! Bin gespannt, was man dann vom „Netzwerk Neues Wohnen“ mitbekommen wird.

    Gerade heute erst hatte ich eine kurze „Unterhaltung“ über Twitter, über Wohnen im Alter … Auch wenn man als junger Mensch nicht gern daran denken mag, sind solche generationenübergreifende Wohnprojekte eine interessante Möglichkeit, um weiter selbstbestimmt leben zu können.

  • Man darf generationsübergreifendes Wohnen nicht mit Pfleg verwechseln, aber sicherlich ist ein sehr guter Ansatz, um so lang wie möglich in einer Gemeinschaft gehalten und gestützt zu werden, sich einzubringen und nicht einsam zu sein.

    In gut zwei Wochen findet die Pressekonferenz zu NWID statt, dann wirst Du sicherlich mehr davon mitbekommen

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