Leben & Arbeit

Achtung, es klingelt

In diesen Tagen ist es leider nicht immer der Postbote oder eine freundliche Nachbarin, wenn es bei mir an der Tür klingelt. Es weihnachtet sehr, da wird gesammelt und verkauft, da kümmert man sich intensiv um min Seelenheil und meine Türklingel könnte auch mal erneuert werden.

Zeitschriftenabosammeler sind heutzutage ja eher selten geworden, aber handgemalte Postkarten für eine Behindertenwerkstatt, von der man garantiert noch nie etwas gehört hat, verkaufen sich auch gut, dachte zumindest der Mensch,der gestern vor meiner Tür stand. Praktischerweise hatte er auch Überweisungsträger dabei, die er mir aber nicht überlassen, sondern nur direkt ausgefüllt mitnehmen wollte. Auf meine etwas gereizte Nachfrage, ob ich ihn nicht gleich auch noch in meinem Testament bedenken sollte, reagierte er gelassen und ging wortlos zur nächsten Tür…

Ach ja und dann kommen sie wieder, die Herren mit dem amerikanischen Akzent, immer paarweise, gestriegelt und geschniegelt im dunklen Anzug und wollen mit mir über mein Seelenheil sprechen. Grundsätzlich bin ich ein sehr toleranter Mensch und jeder soll glauben, woran ihm liegt, doch diese Art von Mitgliederwerbung lehne ich grundweg ab. Leider lassen sich die Herren nicht mit freundlichen Worten vertreiben, sondern stehen Tage später wieder vor der Tür. Alternativ dazu gibt es auch Geschenke verteilende ältere nette Damen, die Zeitungen mit dem Namen eines Bauwerks, auch mal Turm genannt, verteilen. Auch hier gilt ein freundliches: „Nein danke“ meist eher als Ansporn es gern nochmal zu versuchen.

Vielleicht bin ich ja zu höflich um Umgang mit solchen Augenblicken. Online verriet mir ein Bekannter sein Geheimrezept: Sofern er aufgesucht wird, behauptet er, so tuckig wie möglich, er sei schwul und das sei auch gut so. Prompt würden alle wie aufgescheuchte Hühner verschwinden.

Ich bin froh, dass ich den Rat bei dem Postkartenverkäufer heute nicht angewandt habe…

1 Kommentar

  • Kann man die Nerv-Nasen nicht nach einer Genehmigung fragen?
    Oder vielleicht bitten, kurz zu warten, bis man bei der Verbraucherzentrale oder der örtlichen Polizei telefoniert hätte?

    … ich meine, irgendwie muss man die Typen doch loswerden, oder?

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