Entgiftung ist auch die Frage, was wir wann und wie oft essen, ob es Heißhunger aufs Lieblingsgericht oder schon Suchtcharakter hat.

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Uwe B. Werner

Entgiftung, das klingt erst einmal seltsam und eher nach einer Sucht, als nach dem täglichen Essen, doch so weit sind wir von dem Thema gar nicht entfernt.

Die Macht der Gewohnheit

Längst ist es allgemein angekommen, dass bestimmte Gewohnheiten bei unserer Ernährung nicht nur gesundheitsschädlich sein können, sondern auch einen gewissen Suchtcharakter innehaben. Dies betrifft nicht nur, wie lange gedacht wurde, die Lebensmittel und Getränke mit einem erhöhten Zuckeranteil. Auch auf andere Stoffe sprechen unserer Belohnungssystem im Gehirn an.

Ernährungsumstellung – Entgiftung

Wenn wir von einer Entgiftung im Sinne einer Ernährungsumstellung sprechen, ist nur zum Teil der körperliche Aspekt gemeint. Unser Körper ist von Natur aus gut eingestellt auf das Aussortieren schädlicher Stoffe und sogenannte Kuren zum “entschlacken” und ähnliches entbehren jeder wirklichen Grundlage. Wer schon einmal eine Darmspiegelung hinter sich hat bringen müssen und vielleicht dabei neugierig genug war dabei auf den Monitor zu schauen, wird schnell festgestellt haben, das es so etwas wie “Schlacke” oder andere Ablagerungen im Darm gar nicht gibt. Was uns dort oftmals verkauft werden soll, bringt bestenfalls etwas für den Stoffwechsel und das auch nur kurzzeitig.

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Und wieso widmet sich dann dieser Artikel doch dem Thema der Entgiftung?

Wie schon erwähnt gibt es neben der körperlichen Entgiftung auch eine geistige, besser bekannt als innerer Schweinehund.

Für die einen ist es Schokolade, für andere Kuchen, andere Süssigkeiten oder z.B. Pasta. Nicht immer sind es Süssigkeiten allein, die unser Belohnungssystem ansprechen. Es sind individuelle Momente und Erfahrungen in unserem Leben, die unserem Körper zu erinnern geben: als Du DAS gegessen hast ging es Dir gut!

Es ist in Grundzügen mit jeder Art von Sucht das Gleiche. Wir wollen dieses Wohlfühlen des Moments wieder erlangen und tun unwillkürlich alles dafür, es zu bekommen.

Das ein Übermaß an Süsskram nicht gesund ist, wissen wir und eigentlich wissen wir auch, das übermässig einseitige Ernährung genauso schädlich ist. Trotzdem gibt es nicht wenige, die ihren Schweinehund-Wohlfühlmoment an ganz anderen Lebensmitteln als nur Süssigkeiten gehängt haben.

Alles eine Frage des Stoffwechsels?

Oft hört oder liest man, die überflüssigen Pfunde wären alle nur wegen einem mangelhaften Stoffwechsel so hartnäckig vorhanden und überhaupt der Stoffwechsel ist an allem Schuld.

Das kann man natürlich als vorgehaltene Entschuldigung für alles nehmen, doch so ganz falsch ist eben aber auch nicht. Natürlich ist unser Stoffwechsel nicht unerheblich daran beteiligt, wie hoch der Grundumsatz unseres Körpers an der sogenannten “Kalorienverbrennung” ist. Wir können unseren Stoffwechsel dabei selbst ankurbeln und mitbestimmen. Es gibt dabei allerlei Möglichkeiten, wobei ich die natürlichen anhand von geeigneter Ernährung und unter Beachtung einiger Regeln, bevorzuge. Schon die traditionelle chinesische Medizin wusste um die Wirkung verschiedener Einflüsse und wie man ihnen begegnet.

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Entgiftung?

Vom herkömmlichen Verständnis betrachtet wohl eher nicht, aber da einseitiges wiederholte Ernährung eben auch quasi Gift für unseren Körper ist, wird das Durchbrechen des Kreises eben auch als Entgiftung gesehen.

Das Herausfinden und Eingestehen eines solchen Suchtmoments ist oft der schwerste Schritt.

“Ich esse doch nur gern Nudeln, was ist denn daran verkehrt?”

Daran ist grundsätzlich nichts verkehrt, wenn wir uns die Frage stellen: wie oft und wieviel? Die Frage nach der Pasta-Art (Weizen, Vollkorn oder Dinkel) stellt sich dann erst im zweiten Schritt.

Wie oft ist zu viel und wieviel ist genug? Dieses Fragen gilt es sich selbst zu stellen und daraus kritisch abzuleiten, ob es ein gesunder Heißhunger auf ein Lieblingsessen oder eben doch schon Frustessen und Suchtverhalten darstellt. Der Grat ist schmal und nicht immer leicht zu erkennen.

Im Zweifel sollte man den Hausarzt oder einen Ernährungsberater um Hilfe bitten. Ernährungsumstellung muss, wie schon so oft gesagt, kein rotes Tuch sein. Es kommt einfach nur darauf an, wie wir damit umgehen.