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Warum Flash noch keinesfalls obsolet ist

Die Plattform Adobe Flash hilft Programmieren und Designern schon seit mehr als einem Jahrzehnt dabei, Websites und Browserinhalte zu animieren und dynamische Elemente zu schaffen. Durch die multimedialen Abspielmöglichkeiten wird Flash meist für Videos oder Audiodateien genutzt, aber auch für interaktive Applikationen wie Browsergames. Über die Jahre hat sich die Anwendung von Flash deutlich verändert. Heute können mit Flash hochkomplexe Elemente geschaffen werden, die modern und innovativ wirken. Trotzdem steigen immer mehr Websites und Programmierer auf HTML5 um. 2011 benutzten noch beinahe 50% der Websites weltweit Flash-Anwendungen, 2016 ging diese Zahl auf unter 20% herunter. Trotzdem gibt es immer noch gute Gründe, um die Plattform zu benutzen. Was sind jedoch die Vor- und Nachteile dieses Umstiegs? Und hat Flash immer noch eine Daseinsberechtigung?

Die Entwicklung von Flash

Die Plattform Flash wurde von Macromedia damals noch unter dem Namen Macromedia Flash entwickelt. 2005 wurde das Unternehmen von Adobe für 3,4 Milliarden Dollar aufgekauft, welche die Produkte weiterentwickelten. Um die Jahrtausendwende dachte man bei dem Begriff Flash vor allem an kurzweilige Browsergames, denn dafür benutzte fast jeder die gängige Programmierplattform. Später wurde es aber auch immer beliebter für E-Learning, da man damit interaktive Applikationen erstellen konnte, auf denen Wissbegierige verschiedene Szenarien ausprobieren konnten. Und Flash ist noch viel verbreiteter als wir denken. So wird es für simple Funktionen wie Slide-Shows z.B. bei der Fotoplattform Flickr, integrierte Musikplayer und vieles mehr verwendet. Einen großen Sprung machte Flash 2011, als die neue Version in der Lage war 3D-Inhalte darzustellen.

Die besten Flash-Browsergames

Flash ist vor allem durch seine unzähligen Browsergames bekannt geworden. Von minimalistischen Spielen wie „Wormax.io”, einem Snake-Klon, zu komplexen oder gefährlichen Schlachten wie „IndestructoTank“ ist alles mit dabei. So wurde z.B. der berühmte Kinoklassiker „Matrix“ mit Flash interpretiert und dabei entstand das Browsergame „Matrix Rampage“, in dem man sich mit Pistolen, Schwertern und sogar Möbelstücken vor seinen Feinden verteidigen musste, während man in seinem schwarzen Mantel durch die Flure lief. Ein Spiel, das besondere Aufmerksamkeit genoss, war der erfolgreiche Hit „Flow“, dessen Konzept später auch zu einem Konsolenspiel erweitert wurde. Darin steuert der Spieler einen kleinen Organismus, der andere Lebewesen in seinem Umfeld auffressen muss, um zu wachsen.

Websites schwören auf Flash

Immer noch gibt es viele große Websites die Flash benutzen. Darunter fallen beispielsweise Hulu, CNN, Crunchyroll und Huffington Post. Doch die Liste geht noch weiter. Für viele große Seiten ist es nicht so einfach, auf das modernere HTML5 aufzurüsten und Flash hat natürlich auch seine Vorteile. Einige Websites sind sogar komplett auf Flash-Animationen aufgebaut und werden beinahe zu eigenen Kunstwerken durch ihre spezielle Umsetzung der Programmierung. So schaffte bspw. Pharrell Williams mit seiner Website ein vierundzwanzigstündiges Musikvideo für seinen Song „Happy“. Die Werbeagentur Mono gestaltete 2007 für ihr Portfolio eine Webseite, auf der man ein interaktives Gesicht durch Klicken verändern konnte, bis man seinen Traummann oder seine Traumfrau gestaltet hatte. Flash ermöglichte damit viele unterhaltsame Gestaltungsmöglichkeiten, um mit dem Nutzer zu interagieren.

Warum Flash?

Einer der ersten Vorteile ist, dass momentan noch die meisten PCs den Flash Player installiert haben. Daher können die Inhalte problemlos abgespielt werden. Im Gegenzug dazu ist noch nicht jeder Browser kompatibel mit HTML5. Andererseits können manche mobilen Endgeräte Flash nicht wiedergeben, wodurch Websites mit Flash eine alternative, mobile Website benötigen, auf der sich alle wichtigen Informationen außerhalb der Flash-Applikation befinden. Zusätzlich kann der Ersteller eine Website mit Flash genau festlegen, wie seine Inhalte dargestellt werden. Im Vergleich dazu kann es bei HTML5 passieren, dass manche Elemente in verschiedenen Browsern unterschiedlich dargestellt werden. Man muss hier also alle möglichen Fehlerquellen überprüfen.

Warum HTML5?

HTML5 benötigt keine Installation eines Plug-Ins und dadurch auch keine lästigen Updates, wie es der Flash Player beinahe ständig verlangt. Stattdessen wird es direkt im Browser interpretiert. Besonders für mobile Endgeräte lohnt sich die Implementierung von HTML5-Elementen. Dadurch dass sie im Browser abgespielt werden und kein Player genutzt wird, verbrauchen Videos deutlich weniger Akku und laden schneller. HTML5 wird in Zukunft mit allen Browsern kompatibel sein und ist dadurch wahrscheinlich die zukunftsträchtigere Option. Deshalb steigen vor allem Websites wie Betway Casino auf HTML5 um, deren Funktionen auch auf mobilen Endgeräten problemlos ablaufen müssen.

Sicherheit geht vor

Sowohl Flash als auch HTML5 haben einige Sicherheitslücken. Flash wurde immer wieder dafür kritisiert, eine zu große Angriffsfläche für Hacker zu haben. Dies versuchte man mit häufigen Updates einzudämmen. HTML5 ist zwar deutlich sicherer was Viren betrifft, dafür können die Medieninhalte jedoch sehr einfach gerippt werden. Vor allem große Videoplattformen müssen daher besonders vorsichtig sein, damit ihre Inhalte nicht von Internetpiraten ausgebeutet werden können. Zusätzlich ist HTML leicht angreifbar von BITBs (Botnets In The Browser), die von Virenprogrammen schwer entdeckt werden können. Mit gewissen PlugIns kann die Gefahr von BITBs jedoch minimiert werden.

Eines steht fest: Sowohl Flash als auch HTML5 haben ihre Vor- und Nachteile. Der Trend geht zwar eindeutig in Richtung von HTML5, doch viele Programmierer sind noch nicht vollständig von der neuen Entwicklung überzeugt. Abgesehen von einigen Sicherheitslücken bei HTML5 ist die Programmierung von Flash sehr intuitiv und kann relativ einfach erlernt werden. Trotzdem ist der Umstieg jedoch unaufhaltsam, denn Adobe hat für 2020 das Produktende von Adobe Flash angekündigt. Natürlich können die alten Spieleklassiker weiter mit der alten Software genutzt werden, doch es wird keine Updates mehr geben, wodurch Flash früher oder später Kompatibilitätsprobleme mit verschiedenen Browsern haben wird. Spielt also noch so lang ihr könnt und genießt den unverwechselbaren Stil der Flash-Games!

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