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Bitter und süß – Bitterstoffe und Vitamine

 

Bitterstoffe sind für unseren Körper wertvoller, als die meisten von uns ahnen. Die Lebensmittelindustrie hat sie über Jahrzehnte aus Obst und Gemüse herausgezüchtet, während gleichzeitig der Zuckeranteil in unserer Ernährung stetig gestiegen ist. Dieses Ungleichgewicht belastet Verdauung, Leber und Wohlbefinden. Wer Bitterstoffe bewusst in den Speiseplan aufnimmt und auf eine gute Vitaminversorgung achtet, tut seinem Körper etwas Gutes. In diesem Artikel erfährst Du, warum bitter nicht schlecht bedeutet, was die Zuckerschwemme mit uns macht und wie Du beides in ein gesundes Gleichgewicht bringen kannst.

Bitter macht gesund: Eine vergessene Weisheit

Meine Oma sagte früher immer zu mir kleinem Steppke: „Sauer macht lustig, bitter macht gesund!“ Mit solchen Volksweisheiten konnte ich als Kind wenig anfangen. Und die moderne Ernährungsindustrie offenbar auch nicht. Bitter, das will man nicht, das braucht man nicht, das wird aussortiert. So die Überzeugung vieler Hersteller.

Hast Du mal heutigen Rucola oder Chicorée probiert? Von „bitter“ ist da kaum noch etwas übrig, eher geschmackarm. Die Bitterstoffe wurden herausgezüchtet, herausgearbeitet und kommen in immer weniger industriell verarbeiteten Produkten vor.

 

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Was Bitterstoffe in Deinem Körper bewirken

Dabei sind Bitterstoffe für unseren Organismus besonders wichtig. Sie regen die Produktion von Speichel, Magensäure und Gallensekreten an und unterstützen so die gesamte Verdauung. Die Leber profitiert, weil der Gallenfluss gefördert wird. Und auch der Appetit auf Süßes lässt sich durch Bitterstoffe auf natürliche Weise regulieren, weil sie das Sättigungsgefühl stärken.

So manche moderne Zivilisationskrankheit hängt auch mit dem Fehlen von Bitterstoffen in unserer Ernährung zusammen. Unsere Leber ist zunehmend durch die heutige Ernährungsweise belastet und braucht Bitterstoffe zur Regeneration. Die Verbraucherzentrale bestätigt, dass Bitterstoffe die Produktion von Verdauungs- und Speichelsekreten fördern und so die Verdauung unterstützen.

Schon Paracelsus und Hildegard von Bingen wussten um die Kraft bitterer Pflanzen. Bittere Lebensmittel fanden sich vielfach in den Rezepten vergangener Jahrhunderte, und dieses Wissen ist für uns noch heute von Bedeutung. Leider reicht es heute selbst bei einem ausgewogenen Verzehr von Gemüse und Obst oft nicht aus, um genügend wertvolle Bitterstoffe aufzunehmen. Das liegt nicht nur an der industriellen Züchtung und Verarbeitung, sondern auch an unseren veränderten Ernährungsgewohnheiten.

 

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25 Rezeptoren für bitter: Was uns die Zunge verrät

Brennnesseln waren lange Zeit lediglich als Tee bekannt. Dem Löwenzahn wurde sogar eine giftige Note angehängt. Erst in jüngerer Zeit haben wir wieder erkannt, dass unsere Zunge für süß, salzig, sauer und umami jeweils einen Rezeptortyp besitzt, für verschiedene Bitterstoffe jedoch glatte fünfundzwanzig Rezeptoren bereitstellt. Mittlerweile weiß die Forschung, dass wir Bitterrezeptoren nicht nur auf der Zunge haben, sondern auch im Darm und sogar in der Lunge.

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Unser Körper hat also einen guten Grund, so viele unterschiedliche Bitterrezeptoren auszubilden. Er ist darauf ausgelegt, bittere Stoffe zu erkennen und von ihnen zu profitieren. Wie das VerbraucherFenster Hessen erläutert, stimulieren Bitterstoffe die Verdauung, indem sie die Produktion von Verdauungssäften und die Darmbewegung anregen. Wenn wir diese Rezeptoren regelmäßig ansprechen, unterstützen wir Verdauung, Stoffwechsel und Immunsystem.



Die Zuckerschwemme: Das andere Extrem

Im Gegensatz zur Entbitterung unserer Nahrung haben wir nach wie vor eine regelrechte Zuckerschwemme. In fast jedem Produkt, selbst wo man es kaum vermutet, wie in der Wurst, findet sich Industriezucker. Günstig und leicht zu verarbeiten hat er immer mehr Einzug in unser Leben gefunden.

Diabetes, Übergewicht, Zahnprobleme, Leberbelastung und vieles mehr: Ein übermäßiger Zuckerkonsum begleitet viele von uns fast das ganze Leben. Dabei nimmt die Zahl der Menschen, die eine echte Zuckerresistenz im Körper aufbauen, stetig zu. Wer schon einmal mit Rückfällen bei einer Ernährungsumstellung zu kämpfen hatte, weiß, wie stark die Macht der Gewohnheit ist.

Doch nicht nur bei Süßigkeiten werden wir ständig überzuckert.

 

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Fruchtzucker: Die unterschätzte Falle

Neben dem Industriezucker ist auch die starke Zufuhr von Fruchtzucker ein Problem der modernen Gesellschaft. Das tägliche Glas Orangensaft wird seit Jahrzehnten propagiert und mag in Zeiten der Mangelernährung auch seinen Sinn gehabt haben. Doch Hand aufs Herz: Wer belässt es wirklich bei einem Glas am Tag? Zwischen Saftmixen und Smoothies kommen viele von uns auf ein Vielfaches an Fruchtzucker.

Unser Zahnschmelz gehört zum Härtesten, was unser Körper hervorbringt. Doch selbst der beste Zahnschmelz hält einem stetigen Säureangriff durch Orangensaft nicht stand. Zahnmediziner empfehlen deshalb, Orangensaft entweder schnell zu trinken oder ganz darauf zu verzichten.

 

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Auch der Magen verträgt morgens oft keine geballte Säureladung. Sodbrennen, Übelkeit und ein Völlegefühl, das über Stunden anhalten wird, sind keine Seltenheit bei regelmäßigem Orangensaftkonsum auf nüchternen Magen.

Vitamin C: Wichtig, aber nicht nur aus der Orange

Es gibt genügend andere Lieferanten von Vitamin C. Doch nicht jeder hat in der hektischen Welt genügend Zeit, stets frisch und ausgewogen zu kochen. Und mancher hat sich durch jahrelangen Konsum von Zitrusfrüchten und Säften bereits eine Unverträglichkeit eingehandelt.

Natürliches Vitamin C ist gerade bei Schwangeren, Stillenden, Heranwachsenden, Senioren und Menschen, die unter bestimmten Erkrankungen oder andauerndem Stress leiden, besonders wichtig.

Nicht alle von uns nehmen das notwendige Vitamin C allein über die Ernährung auf. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, verträgt Zitrusfrüchte oder Säfte manchmal schlecht oder gar nicht. Auch Diabetiker sind dabei eingeschränkt. Beruflicher Stress, industriell verarbeitete Speisen und Fertiggerichte sorgen dafür, dass viele von uns nur begrenzt die notwendigen Mengen zu sich nehmen. Wer seine Ernährung bewusst umstellt, merkt oft schnell, wie groß die Lücken vorher waren.



Drei Wege, Bitterstoffe und Vitamine in Deinen Alltag zu bringen

Du musst nicht gleich alles umstellen. Drei einfache Schritte helfen Dir, mehr Bitterstoffe und eine bessere Vitaminversorgung in Deinen Alltag zu integrieren:

Erstens: Setze regelmäßig bittere Salate und Gemüsesorten auf Deinen Speiseplan. Chicorée, Radicchio, Rucola, Endivie, Artischocken und Rosenkohl sind gute Quellen. Am besten kaufst Du beim Wochenmarkt oder im Bioladen, denn dort findest Du Sorten mit höherem Bitterstoffgehalt als im Supermarkt.

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Zweitens: Nutze Kräuter und Gewürze bewusst. Löwenzahn, Brennnessel, Kurkuma und Ingwer liefern wertvolle Bitterstoffe und passen in viele Gerichte, Tees und Smoothies. Das lässt sich wunderbar mit einem Infused Water verbinden.

Drittens: Achte auf Deine Vitamin-C-Versorgung abseits von Orangensaft. Paprika, Brokkoli, Sanddorn, Hagebutten und schwarze Johannisbeeren enthalten teilweise mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte und belasten den Magen weniger. Wer zusätzlichen Bedarf hat, findet in liposomalem Vitamin C eine gut verträgliche Ergänzung.

 

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Bitter und süß in Balance: Ein gutes Gleichgewicht

Nichts ist wertvoller als eine natürliche und ausgewogene Ernährung, zu der auch die Vitamine gehören, die unser Körper braucht. Und zu der eben auch Bitterstoffe gehören, die wir so lange vernachlässigt haben. Das Maß ist entscheidend. Zu viel hilft nicht viel, und zu wenig verstärkt die Probleme oftmals sogar.

Meine Oma hatte recht. Bitter macht gesund. Nicht als Ersatz für eine vielfältige Ernährung, sondern als Teil davon. Dein Körper wird es Dir danken, wenn Du ihm wieder gibst, wonach er mit fünfundzwanzig Rezeptoren verlangt.

Was sind Deine Erfahrungen mit Bitterstoffen? Hast Du bittere Lebensmittel in Deinen Alltag integriert? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

 

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Häufige Fragen zu Bitterstoffen und Vitaminen

Welche Lebensmittel enthalten viele Bitterstoffe?

Chicorée, Radicchio, Rucola, Endivie, Artischocken, Rosenkohl und Grapefruit gehören zu den bekanntesten Quellen. Auch Löwenzahn, Brennnessel, Kurkuma und dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil liefern wertvolle Bitterstoffe. Am besten greifst Du zu Sorten vom Wochenmarkt oder aus dem Bioladen, da diese oft noch einen höheren Bitterstoffgehalt haben als konventionell gezüchtete Produkte.

Helfen Bitterstoffe gegen Heißhunger auf Süßes?

Bitterstoffe regen die Produktion von Verdauungssäften und Sättigungshormonen an. Dadurch lässt das Verlangen nach Süßem auf natürliche Weise nach. Das ist kein Wundermittel, aber wer regelmäßig bittere Lebensmittel in seinen Speiseplan einbaut, merkt oft nach einigen Wochen, dass der Griff zur Schokolade seltener wird. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass für viele der beschriebenen Wirkungen bislang nur begrenzte wissenschaftliche Evidenz vorliegt, die Erfahrungswerte aus der Naturheilkunde aber vielversprechend sind.

Wie nehme ich genug Vitamin C auf, wenn ich keinen Orangensaft vertrage?

Paprika, Brokkoli, Sanddorn, Hagebutten und schwarze Johannisbeeren sind hervorragende Vitamin-C-Lieferanten, die den Magen weniger belasten als Zitrusfrüchte. Wer über die Ernährung nicht genug aufnimmt, findet in liposomalem Vitamin C eine gut verträgliche Alternative mit hoher Bioverfügbarkeit. Im Zweifelsfall hilft ein Gespräch mit einem Arzt oder Ernährungsberater.

Gibt es einen Bitterstoffmangel?

Da Bitterstoffe nicht zu den lebensnotwendigen Nährstoffen zählen, gibt es nach aktuellem Wissensstand keinen klassischen Mangel im medizinischen Sinne. Trotzdem profitiert unser Verdauungssystem davon, wenn wir regelmäßig bittere Lebensmittel essen. Wer abwechslungsreich und bunt isst, muss sich laut Verbraucherzentrale keine Sorgen um seine Bitterstoffversorgung machen.

 

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