Leben & Arbeit

Wie man einen Verein auflöst

Alles hat einmal ein Ende… und auch die Lebensdauer eines Vereins ist nicht unbegrenzt. Ob es persönliche oder inhaltliche Gründe sind, ein Verein ist eine Rechtsform und diese bedarf bei der Auflösung gewisse Formalitäten, die es zu beachten gilt. Den Verein einfach ruhen zu lassen genügt nicht. Eine „stille Auflösung“ ist nicht vorgesehen und widerspricht den rechtlichen Grundlagen, dies sollte man unbedingt beachten!

Die Auflösung eines Vereins ist im BGB im § 41 geregelt.Darin heißt es, das der Beschluss grundsätzlich nur durch die Mitgliederversammlung möglich ist. Ein Vorstand allein kann keinen Verein auflösen! Der Beschluss allein löst den Verein aber noch nicht auf. Dieser besteht bis zur Abwicklung seiner Vermögensangelegenheiten als Liquidationsverein rechtsfähig fort.

Die Auflösung eines Vereins muss durch die Mitgliederversammlung erfolgen!

Der Auflösungsbeschluss in der Mitgliederversammlung bedarf einer Mehrheit von drei Vierteln der Erschienenen, wenn die Satzung nicht eine andere Mehrheit vorsieht. Es gilt daher schon im Vorfeld sich mit dieser Thematik und der eigenen Satzung auseinander zu setzen. Auch die Frage der Zählung und Wertung der enthaltenen Stimmen sollte bedacht werden, denn dies kann komplizierter werden, als man zunächst denken mag.



Die Liquidation beim Verein

Durch die Auflösung geht der Verein in Liquidation, er muss also abgewickelt werden. Die Abwicklung ist von den Liquidatoren durchzuführen. Diese haben die laufenden Geschäfte zu beendigen, Forderungen einzuziehen, Vereinsvermögen in Geld umzusetzen, Gläubiger zu ermitteln und deren Forderungen zu tilgen und schließlich ein etwa noch verbleibendes Vermögen zu verteilen. Bei gemeinnützigen Vereinen ist das Restvermögen zwingend einem in der Satzung bestimmten gemeinnützigen Zweck zuzuführen, das ist besonders relevant.

Zum Liquidator ist der Vorstand berufen, wenn nicht durch die Mitgliederversammlung ein anderer Liquidator bestellt wird. Die Auflösung und die Bestellung von Liquidatoren ist in notarieller Form zum Vereinsregister anzumelden. Die Auflösung des Vereins ist daher durch die Liquidatoren öffentlich bekannt zu machen. Ferner ist die Beendigung der Liquidation und das Erlöschen des Vereins zum Vereinsregister anzumelden.

Die Auflösung eines Vereins und Abwicklung erfolgt durch gewählte Liquidatoren.

Die Liquidatoren müssen die Sachwerte in Geld umsetzen (§ 49 BGB). Dazu können sie die Gegenstände selbstverständlich auch an die Mitglieder verkaufen – allerdings zu einem angemessenen Preis. Die Liquidatoren unterliegen einer Treuepflicht gegenüber dem Verein, dieser würde es entgegenstehen, wenn sie die Sachwerte quasi „verschenkten“. Sachwerte, die nicht in Geld umgesetzt werden können, dürfen allerdings gestiftet oder vergeben werden. Die Bemühungen, die Sachwerte erfolglos zu veräußern sollten aber nachgewiesen werden.

Das Vermögen des Vereins

Erst wenn alle Kosten beglichen und dies von den Liquidatoren überprüft wurde, kann das restliche Vermögen entsprechend der Bestimmung der Satzung verwendet werden. Dabei ist zu beachten, dass der immer noch amtierende Vorstand bis zu letzt für die Abwicklung haftet!

Durch die Bestellung von Liquidatoren wird der amtierende Vorstand nicht aus der Haftung und Verantwortung entlassen!

Bei der Abwicklung des Vereins entsehen Kosten, welche es zu berücksichtigen gilt. Neben Notar- und Gerichtskosten sind auch Veröffentlichungskosten, gff. Telefon und Portokosten zu berücksichtigen und einzuplanen. Bei gemeinnützigen Vereinen fallen für die Anmeldung beim Notar in der Regel Kosten in Höhe von ca. 16-20 Euro an. Gerichtskosten schlagen noch einmal mit ca. 26 Euro zuzüglich Bekanntmachungskosten zu Buche. Über den genauen Kostenaufwand kann man sich beim zuständigen Gericht oder beim Notar erkundigen.

Vereinsrecht: Ein Leitfaden für Vereine und ihre Mitglieder.
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Noch ein Wort zur Liquidation. Die Liquidation eines Vereins richtet sich nach den § 45 bis 53 BGB. Die Verteilung des Vermögens auf die Begünstigten darf erst nach Ablauf eines Sperrjahres, das mit der Bekanntmachung der Auflösung des Vereins beginnt, vorgenommen werden ( § 51 BGB ). Gemäß § 50 BGB haben die Liquidatoren die Auflösung des Vereins bekannt zu machen, und zwar durch das in der Satzung für Veröffentlichungen bestimmte Blatt, in Ermangelung eines solchen durch dasjenige Blatt, welches für Bekanntmachungen des für den Verein zuständigen Amtsgerichts bestimmt ist. Dort erhält man dazu auch weitere Informationen.

Die Verteilung des Vermögens des Vereins darf erst nach der Ablauf eines Sperrjahres erfolgen!

In der Bekanntmachung sind die Gläubiger zur Anmeldung ihrer Ansprüche aufzufordern. Bekannte Gläubiger sind durch besondere Mitteilung zur Anmeldung aufzufordern.
Die Liquidatoren haben die Auflösung des Vereins und ihre Bestellung zum Liquidator in notariell beglaubigter Form anzumelden. Der Anmeldung ist eine Kopie des Protokolls der Mitgliederversammlung mit dem Beschluss der Auflösung und dem Beschluss über die Bestellung der Liquidatoren beizufügen.



Das Sperrjahr für den Verein

Nach Beendigung der Liquidation  haben die Liquidatoren das Erlöschen des Vereins in notariell beglaubigter Form anzumelden. Die Gerichtskosten für die Löschungseintragung und die Kosten für die notarielle Anmeldung der Beendigung der Liquidation und des Erlöschen des Vereins sind zurückzubehalten. Es sei abschließend noch einmal darauf hingewiesen, dass die Beendigung der Liquidation und das Erlöschen des Vereins (frühestens nach Ablauf des Sperrjahres) in öffentlich beglaubigter Form (Notar) anzumelden ist.

Auch eine Auflösung hat also so ihre Tücken, die aber nicht schrecken müssen, wenn man sich vorher gut vorbereitet oder sich fachliche Hilfe holt.

P.S. Dies stellt keine rechtliche Beratung dar, sondern ist das Ergebnis aus Recherche und eigenen Erfahrungen. Für eine rechtliche Beratung kontaktieren Sie bitte einen entsprechenden Fachanwalt.

Verein auflösen

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30 Kommentare

  • Gerade hatte ich eine Anfrage seitens eines Vereins diesbezüglicher Art. Sehr informativer Artikel; gar nicht so einfach alles. Ich bin seit 16 Jahren im Vorstand für Mitgliederwesen und -verwaltung zuständig. Unser 1. Vorsitzender hat das Handtuch geworfen. Jetzt habe ich mich breitschlagen lassen. Die Hürden für einen Verein werde immer höher. Da wundert es kaum, wenn immer weniger Menschen bereit sind, ein Amt im Vorstand zu übernehmen. Früher war das Ehrenamt noch eine Ehre. Heute scheint es für viele nur noch eine Belastung anstatt eine Ehre zu sein. Der Stress im Alltag, Beruf […] tut sein Übriges dazu.

    MfG
    Otto

  • Das wird durch die reglemenatrischen Hindernisse und die zunehmende Bürokratie auch nicht besser werden. Der reine Spaß mit anderen gemeinsam etwas zu unternehmen, zu erleben, weicht schnell einem „Muss“-Gefühl und wer Verantwortung in einem Verein übernimmt, hat mitunter schnell einen Zweitjob an der Backe.

  • So ist es. Es ist in der Tat schon fast ein Zweitjob. Nur mal ein kleiner Auszug:
    Veranstaltungen organisieren, Sponsorengelder beschaffen, jährliche BLSV-Statistik, jährliche-BTV-Statistik, Mitglieder erfassen, ändern, Austritte, aktiv nach passiv und umgekehrt melden, Website erstellen, pflegen. Presseberichte schreiben u.v.m

    Man verliert in der Tat dann auch die Lust am Sport selber. Mich kostet die Vereinsarbeit derzeit in der Woche 10 Stunden und mehr, weil ich den Misst meines Vorgängers auch noch wegräumen muss.

    MfG
    Otto

  • Stehen auch gerade mitten in der Vereinsauflösung. Eine Frage die wir noch nicht abschließend klären können: was bedeutet bei „Dazu können sie die Gegenstände selbstverständlich auch an die Mitglieder verkaufen – allerdings zu einem angemessenen Preis.“ „angemessen“? Woran wird dies gemessen? Welche Relation liegt da zugrunde? Und viel wichtiger: wer kann so etwas anfechten bzw. wann? Habt ihr da eventuell auch noch Grundlagen, Informationen oder weiterführende Links zu parat? Vielen Dank im Voraus!

  • Das ist das Problem mit der deutschen Rechtsprechung im Vereinswesen, sie ist in manchen Dingen unglaublich wage. „Angemessener Preis“ bezieht sich hierbei auch und vor allem darauf, dass es ein vergleichbarer Preis sein muss. Das bedeutet, ähnliche oder gleiche Gegenstände , welche sich im freien Markt oder über Kleinanzeigenportale kaufen lassen geben einen durchschnittlichen Preis vor, an welchem sich der Verkauf orientieren sollte. Der Verein, bzw wahrscheinlich der Vorstand oder die benannten Liquidatoren müssen vorab recherchieren um einen, dem markt angemessenen, Preis zu finden.
    Anfechtbar ist ein Verkauf weit unter Wert sicherlich schon. das kann von anderen Vereinsmitgliedern, vom Finanzamt oder auch gänzlich Außenstehenden kommen, die Kenntnis darüber erlangen. Eine Zeitgrenze ist zwar nicht vorgesehen, wird aber mit Sicherheit die Veröffentlichungszeit während der Auflösung beinhalten. Für genauere Informationen können Sie sicherlich beim zuständigen Amtsgericht oder bei einem Anwalt für Vereinsrecht einholen.

  • Vielen Dank für die ausführlichen Informationen! Damit ist mir schon sehr weitergeholfen.

  • Hallo,
    ich bin Liquidator eines Musikvereins, der alles Vermögen an einen Nachfolgeverein satzungsgemäß weitergeben will.
    Der ursprüngliche Verein ist im Grunde seit ca. 6 Jahren tot, da alle aktiven Musiker bereits im neuen Verein sind und auch die weiteren Mitglieder der Übertragung auf den neuen Verein zugestimmt haben. Es sind keine Gläubiger zu erwarten.
    Ist es denn nicht möglich, dieses Sperrjahr zu verkürzen?

    mfg
    Andreas

  • Soweit ich weiß, gibt es da keine Möglichkeit dieses Jahr zu umgehen, zumal es ja auch seinen Sinn hat.

  • Hallo ich hätte dazu auch eine Frage. Wir lösen unseren Verein auch auf aus Mangel an freiwilligen Helfern usw. Meine Frage: Wir haben von der Stadt ein Haus angemietet und vor zwei Jahren einen Spielplatz gesponsert bekommen. Wie handhabe ich das? Kann ich die Geräte verkaufen? Denn wir würden das Geld brauchen

  • Ohne jetzt hier eine rechtsverbindliche Auskunft geben zu können, greife ich mal auf einen ähnlichen Vorgang eines anderen Vereins zurück. Es hängt zum Einen davon ab, inwiefern das damalige Sponsoring die Geräte in den tatsächlichen Besitz, also in das Eigentumsrecht des Vereins übertragen hat. Da sollte man sich die Vereinbarung genau anschauen. Es kann bei solchen Überlassungen auch eine Klausel bei Auflösung geben. Ist dem nicht so, stellt sich die Frage ob man trotzdem die Stadt anspricht/ informiert.

    Sind die Geräte in den kompletten Besitz des Vereins gelangt und wird dieser aufgelöst, kann und muss er für die weitere Verwendung Sorge tragen. Das kann eine Weitergabe an ähnliche Institutionen ebenso beinhalten wie einen Verkauf zu einem angemessen Preis.

  • habe eine frage:
    wie sieht es rechtlich damit aus: Der Vorstand ist zurückgetreten und das wurde dem Amtsgericht Aurich „Vereinsangelegenheiten“ angezeigt.Das Lokal ist immer noch offen obwohl kein vorstand mehr existiert,geht das überhaupt. 2. Der alte Vorstand und einige alte Mitglieder haben sich getroffen um einen neuen Verein zu gründen.
    Der alte Verein wurde noch nicht durch die Mitgliederversammlung aufgelöst,auch die fristen sind noch nicht abgelaufen .
    3.Kann der neuen Vorstand die Lokalität weiter führen oder muss das Lokal geschlossen werden bis die Mitglieder entschieden haben was passiert.Der neue Vorstand agiert schon und führt das Lokal weiter.
    muss dazu sagen das das ein Treffpunkt für Sucht – und psychisch kranke ist.
    Sollte es möglich sein bitte ich um Mitteilung auf meiner e mail adresse.

    Und verbleibe mit freundlichen Grüssen

    Bernhard Fallenbüchel

  • Leider darf ich keine konkrete Rechtsberatung geben und würde vorschlagen diesbezüglich einen Anwalt im Vereinsrecht zu konsolutieren.

  • Sehr geehrter Herr Werner,
    ich bin Vorsitzender eines Gesangvereines. Unser Durchschnittsalter liegt bei 73,4 Jahren. Wir wollen uns nach einstimmiger Meinung aller Mitglieder (zur Zeit noch 17) als eingetragener Verein abmelden. Unser kleines „Vermögen“ (ein paar hundert €) stammt aus Beitragszahlungen und Spenden der Mitglieder anlässlich Geburtstag, Jubiläum usw. Um das Geld nicht unbedingt einem gemeinnützigen Zweck zu übergeben lautet meine Frage:
    Wann kann die Abmeldung beim Vereinsgericht erfolgen und wie verfahre ich mit dem „Vermögen“? Wir führen jedes Jahr eine Sängerfahrt durch und Weihnachtsfeier, Stiftungsfest usw. werden teilweise aus dem vorhandenen Geld finanziert. Kann über das Geld auch nach der Abmeldung noch verfügt werden.
    Mit freundlichen Grüßen und einer baldigen Antwort
    Klaus Jokschies

  • Wie ein Verein aufgelöst wird, steht im vorstehende Artikel. Das wann, bestimmen Sie letztendlich mit dem Auflösungebeschluß durch die Mitgliederversammlung. Sollten Sie z.B. gemeinsame Fahrten oder ähnliches mit dem vorhanden Vermögen planen, wäre dies vor der Mitgliederversammlung angeraten, da danach die eingesetzten Liquidatoren tätig werden müssen.
    Genaueres finden Sie Sie dazu auch in der Fachliteratur oder bei einem Anwalt für Vereinsrecht.
    Diese Antwort selbst stellt keine Rechtsauskunft dar.

  • Sehr geehrter Herr Werner

    wir sind ein Veteranen und Soldatenverein, der auch kurz vor dern Auflösung steht. Wir sind ein NICHT eingetragener Verein. Deshalb stellt sich mir im Falle der Liquidation die Frage inwiefern das Sperrjahr und die Veröffentlichungen für uns relevant sind.
    Vielen Dank !
    Mit freundlchen Grüßen

    Jürgen Schuster

  • Die Frage bleibt, ob der Verein gemeinnützig ist/war oder nicht und was die Satzung zur Auflösung sagt.
    Grundsätzlich ist, nach meinem Kenntnisstand auf den nicht eingetragenen Verein die Abwicklungsvorschriften der GbR anzuwenden (§ 54 BGB@). Dies stellt aber keine Rechtsberatung dar, sondern ist nur meine persönliche Erfahrung.

  • Guten Tag Herr Werner, dürfen die Liqudatoren nach dem Beschluß zur Vereinsauflösung noch Geld für laufende Projekte ausgeben? Wenn ja: wieviel Geld muß am Ende des Sperrjahres noch „im Topf“ sein?
    Vielen Dank im Voraus1
    Grüße von Andrea Roschlau

  • Sehr geehrter Herr Werner,
    vielen Dank für die vielen interessanten Informationen.
    Unser Verein (e. V., aber nicht gemeinnützig) hat durch den Verkauf von Vereinsvermögen (Wasserleitungsnetz an Stadtwerke) ein hübsches Sümmchen auf dem Konto angehäuft. Kann das Geld durch Beschluss der Mitgliederversammlung an die Mitglieder verteilt (ggf. zweckgebunden) werden?

  • Das hängt vom Inhalt der Satzung ab, ob diese eine Ausschüttung vorsieht. In der Regel ist das nur bei wirtschaftlichen Vereinen gegeben. Im Zweifel durch einen Fachanwalt überprüfen lassen.

  • Hallo Herr Werner!
    Wir möchten unseren Verein auflösen da wir keine Unterstützung von unserem 1. Vorsitzenden bekommen. Leider kommen wir auch nicht mehr an ihn ran und somit geht der Verein leider den Bach runter. Da wir viele Mitglieder in unserer Cheerleader-Abteilung haben wäre die Mehrheit durch uns gar kein Problem. Der 2. Vorsitzende ist Trainer unserer Sparte und wir sind in der Planung den Verein aufzulösen und uns einem anderen Verein anzuschließen damit wir wieder vernünftig beraten und wahrgenommen werden. Können wir so einfach den Verein auflösen auch wenn der 1. Vorsitzende wohlmöglich bei der Mitgliederversammlung nicht anwesend ist? Könnte es für uns Probleme geben, wenn wir zu einem neuen Verein wechseln denn uns bleibt nichts anderes übrig wenn wir die Cheerleader-Abteilung erhalten möchten?
    Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße
    Isabel

  • Schönen Guten Tag,
    wenn Sie regelkonform gemäß Ihrer Satzung zur regulären oder außerordentlichen Mitgliederversammlung aufrufen und einladen, sind alle die dort anwesend sind und die erforderlichen Mehrheiten gemäß Satzung Vereinsrecht innehaben, auch stimmberechtigt. Die Ausübung der Stimmberechtigung ist dabei nicht an eine Funktion oder einen Posten gebunden. Also einfach gesagt: wenn der 1. Vorsitzende nicht erscheint, kann mit der erforderlichen Mehrheit beschlossen werden. Es ist jedoch wichtig darauf zu achten, dass die Einladung zugestellt wird.

    Sie müssen sich im Grunde nicht mal auflösen, sondern können den 1. Vorsitzenden auch nur abwählen, da er ja nicht mehr im Sinne des Vereins tätig ist und sich einen anderen Vorstand wählen.

  • Hallo Herr Werner,
    ich bin im 31. Jahr Vorsitzender eines Tennisvereines und trete dieses Jahr nicht mehr bei der Wahl an. Wie es aussieht, werden auch die übrigen Vorstandsmitglieder nicht mehr zu Verfügung stehen. Ich weiss, dass wir dann vom AG als Notvorstand eingesetzt werden.
    Ich habe dann vor einen Insolvenzantrag zu stellen, da wir noch ein Bankdarlehen von ca 80.000 € haben. Den Wert der Anlage mit Clubhaus und vermieteter Gaststätte schätze ich auf ca. 140.000,00 €. Auf was muss ich bzw. der Vorstand achten, dass wir nicht in die Haftung genommen werden.
    Freundlicher Gruss
    Kurt

  • Da kann ich Ihnen nur dringend empfehlen, einen Fachanwalt dafür aufzusuchen. Recvhtliche Beratung darf Ihnen nur dieser verbindlich geben.

  • Sehr geehrter Herr Werner,
    mit der Auflösung unseres Vereins sind drei Liquidatoren betraut – nämlich der bisherige 1. und der 2. Vorsitzende und ich als bisherige Schatzmeisterin. Können die Liquidatoren auch einzeln tätig werden (z.B. Auflösung von Sparbüchern) oder müssen immer alle alles gemeinsam erledigen?
    Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
    G. Höbelt

  • Es spricht grundsätzlich wohl nichts gegen eine Aufgabenteilung, jedoch ist zu beachten, dass bei Beschlüssen der Liquidatoren Einstimmigkeit erforderlich ist, sofern nicht etwas anderes vorgesehen ist (§ 48 Absatz 3 BGB). Es hängt also auch davon ab welche Vorraussetzungen die Satzung dazu vorsieht.

    Dies stellt keine Rechtsberatung dar.

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