Leben & Arbeit

Wie geht Ihr mit Plagiaten um?

Plagiat

Jeder einen Blog für eine längere Zeit betreibt, kommt irgendwann meist an den Punkt, an dem er seine eigenen Ideen und Inhalte auf anderen Webseiten wiederfindet. Das ist zunächst mal nicht ungewöhnlich, da man vielleicht im Vorfeld zu einem Artikel auf sozialen Netzwerken sich zu einem Thema mit anderen ausgetauscht und so eine Inspiration freigesetzt hat. Diese kann dann durchaus in die gleiche Richtung gehen.

Natürlich rede ich jetzt nicht von Alltagsthemen oder Rezepten, wo es zwangsläufig ist, das sich Themen und Inhalte doppeln.

Beim ersten Mal, wo man seine Themen woanders ähnlich, manchmal sogar fast identisch aufgearbeitet sieht, ist man vielleicht noch geschmeichelt. Geschieht so etwas öfters, wird es ärgerlich und wenn Artikel zeitnah fast identisch woanders auftauchen, darf man sicherlich mit Recht von einem Plagiat sprechen.

Plagiat: Second-hand-Kreativität als Sonderangebot.
© Gerhard Uhlenbruck

Früher hat mich so etwas zumeist nur geärgert, heute gebe ich dazu entsprechende Kommentare ab. Die wenigsten kopieren Text 1:1, denn wäre ja leicht nachweisbar und Urheberrechtsmißbrauch, aber mit ein wenig Aufwand werden Sätze umgestellt oder einfach der bei mir vorhandene Artikel nachgeschrieben.

Ich gebe zu, es ärgert mich schon etwas und da nützt dann auch eine Verlinkung zu mir nicht viel, zumal wenn der andere Artikel zeitnah erscheint.

Im Jahr 2009 hat Teddi Fishman, Direktorin des International Center for Academic Integrity, diese umfassende Definition zum Thema Plagiat geprägt:

„Ein Plagiat liegt vor, wenn jemand

  1. Wörter, Ideen oder Arbeitsergebnisse verwendet,
  2. die einer identifizierbaren Person oder Quelle zugeordnet werden können,
  3. ohne die Übernahme sowie die Quelle in geeigneter Form auszuweisen,
  4. in einem Zusammenhang, in dem zu erwarten ist, dass eine originäre Autorschaft vorliegt,
  5. um einen Nutzen, eine Note oder einen sonstigen Vorteil zu erlangen, der nicht notwendigerweise ein geldwerter sein muss.“

Wie geht Ihr mit Usern um, die bei Euch Texte oder Bilder abkupfern? Hattet Ihr solch ein Erlebnis schon, stört es Euch oder nehmt Ihr es eher als Tribut an Eure Arbeit?

Plagiat: Eine unoriginelle Literaturgeschichte
  • Philipp Theisohn
  • Alfred Kröner Verlag
  • Auflage Nr. 1 (15.05.2009)
  • Gebundene Ausgabe: 577 Seiten

3 Kommentare

  • Das ist – leider – genau mein Dauerthema. Schon seit Jahren.
    Ich finde über die Googlesuche grundsätzlich immer etwas von mir auf anderen Seiten. Mich ärgert das sehr. Liegt aber auch daran, dass man bei mir keine Ideen klaut – das wäre mir noch egal -bei mir werden grundsätzlich nur komplette Texte kopiert und an anderen Orten neu veröffentlicht. Bei Gute Nacht Geschichten ist das leider so.
    Ich habe dafür mittlerweile feste Strategien, wie ich damit umgehe.
    Private Seitenbetreiber und Blogger schreibe ich direkt an, weise sie auf das Urheberrecht hin und bestehe auf eine unmittelbare Löschung. Bei Foren wende ich mich an den Betreiber. In der Regel funktioniert das schnell und unkompliziert.
    Wenn ich Seiten, Blogs und Bücher entdecke, die gewerblich arbeiten, gebe ich den Fall direkt an einen Anwalt. Wer mit meinen Texten Profit erwirtschaftet, soll auch dafür haften. Da habe ich dann auch kein Mitleid. Immerhin gibt es in meinem Blog einen Text, wie und wann man meine Inhalte nutzen darf, bzw. dass ich Lizenzen vergebe.

  • Als blinde Bloggerin habe ich so gut wie keine Chance nachzuvollziehen ob jemand meine Inhalte ohne mein Wissen verwendet hat. Positiv gedacht heißt das für mich: was ich nicht weiß, darüber brauche ich mich auch nicht ärgern. 🙂

  • Vor 2 Monaten habe ich herausgefunden, dass mein gesamter Blog kopiert wurde. Meine Inhalte wurden auf einer anderen Webseite gespiegelt. Das Design wurde auch fast 1:1 übernommen. Leider wurde der Blog in Panama gehostet, sodass ein „zur Verantwortung nehmen“ nicht möglich war, allerdings haben wir es durchs Umprogrammieren meiner Webseite geschafft, dass der Inhaltssauger aufgegeben hat und zieht er sich nicht mehr meine Inhalte, sondern die von einem anderen inaktiven Blog. Ich rate daher dazu in regelmäßigen Abständen eindeutige Passagen aus der eigenen Webseite zu googeln. So erkennt man das am besten.
    LG Myriam

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