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Was sich heute alles so Institut nennen darf…

Die deutsche Rechtsprechung hat es regelmäßig verboten, dass eigenständige Rechtspersönlichkeiten die Bezeichnung „Institut“ führen, wenn durch die weitere Gestaltung des Namens fälschlicherweise ein Eindruck von Wissenschaftlichkeit oder öffentlicher Trägerschaft erweckt wird. Eine Irreführung kann dadurch ausgeschlossen werden, dass weitere Namenszusätze oder die sonstige Eigenwerbung falsche Annahmen richtig stellen (zum Beispiel Impressum). Abgesehen von Fällen einer eigenständigen Rechtspersönlichkeit hat die Rechtsprechung jedoch keine Handhabe, da der weitere Sprachgebrauch mit Rücksicht auf die Rede- und Meinungsfreiheit weitgehend ungeregelt bleibt. (Zitat: Wikipedia)

Mit einem entsprechenden Zusatz und einem tauglichen Impressum nenne ich mich also dann mal eben Institut für Spiel, Freude und Spaß, nenne mich SFS Institut und schon gehts los.
Erstaunlich eigentlich. In der allgemeinen Wahrnehmung wird ein Institut, egal welcher Richtung, immer noch mit einer wissenschaftlichen Forschung oder Arbeit verbunden, doch heute genügt es scheinbar ein Institut zu gründen und dieses mehr oder minder als Plattform für Blogtexte anzubieten. Ich bin erstaunt.

Mehr durch Zufall bin ich auf ein hier nicht namentlich genanntes Dresdner „Institut“ gestoßen, dessen einziger Inhalt es in der Onlinepräsenz zu sein scheint, nicht kommentierbare Artikel eher zweifelhafter politischer Ansichten zu verbreiten. Da man in der AGB eindeutig kommerzielle Absichten, wie kostenpflichtige Abo´s anbietet, ist dann zudem das Impressum noch falsch und abmahnfähig. Soviel Aufwand und dann so schlampige Ausführung, das ist schon beachtlich.

Doch es bringt mich eigentlich auf den Punkt, inwieweit eine solche Bezeichnung nicht eigentlich schützenswert wäre, bevor der Begriff und die begriffliche Verankerung und damit suggerierte Seriosität in der Bevölkerung völlig auf den Hund kommt.

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