Leben & Arbeit

Was bedeutet für dich Minimalismus?

Titelbild Minimalismus

Wie wenig oder wie viel “darfst” du besitzen?

Minimalismus in unserer Wohlstandgesellschaft. Was brauchen wir, was wollen wir und was behindert uns? Ich will versuchen, dass nicht zu allgemein zu betrachten, sondern von meinen eigenen Ansichten und Erfahrungen berichten. Letztlich ist der persönliche Lebensstil und die eigene Herangehensweise  doch stark individuell geprägt.


 

Einfaches Leben (englisch Simple Living), auch Freiwillige Einfachheit (engl. Voluntary Simplicity), Minimalismus oder Downshifting genannt, bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsumorientierten Überflussgesellschaft sieht. Seine Anhänger versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken und dadurch ein selbstbestimmteres, erfüllteres Leben zu führen. (Quelle: Wikipedia)


Jeder von uns kennt solche Momente im Leben, wo man das Gefühl hat, sich von Bestehendem trennen zu wollen, in denen man alles in Frage stellt und neue Wege beschreiten möchte. Meist sind es diese Momente, die uns unser Leben „entmüllen“ lassen. Bei manchen bewirkt es sogar eine komplette Umkehr und es ist der erste Schritt zu einem neuen Lebensweg.

Ganz so weit würde ich bei mir nicht gehen. Ich bin kein Asket, werde es wohl auch nie sein und brauche Dinge um mich herum. Es fällt mir manchmal schwer mich von Sachen zu trennen, ohne gleich ein Messie zu sein. Wer allerdings wie ich schon elf mal in seinem Leben umgezogen ist, der kommt nicht umhin sich von vielem zu trennen, vieles hinter sich zu lassen und zwangsweise sein Leben zu entrümpeln.

Elf Umzüge das bedeutet nicht nur elf mal Kartons packen, sondern eben auch beim packen zu schauen, was brauche ich wirklich davon noch. Erinnerungen sind für mich wichtig. Ich erinnere mich gern an Dinge aus meinem Leben und meiner Kindheit, ohne rückwärtsgewandt zum Nostalgiker zu werden. Mein Leben ist fast gut wie es ist und ich leben gern im Hier und Heute. Dies hindert mich aber nicht daran, kleine Puzzlesteine meines Lebensweges aufzubewahren und ab und an mal mich auch den Erinnerungen hinzugeben.

Shoppen bis der Schrank nicht mehr zugeht… das kenne ich eigentlich nicht von mir. Wenn ich mir etwas Neues kaufe, dann zumeist, weil das Alte nicht mehr gut ist, nicht mehr passt, gefällt oder kaputt ist. Trotzdem sortiere ich alle halbe Jahre zum Beispiel Klamotten mal wieder gründlich aus. Wenn ich einen Hemd oder Shirt ein halbes Jahr nicht getragen habe, ist die Wahrscheinlichkeit doch groß, dies auch in Zukunft nicht mehr zu nutzen? Warum soll ich mich also damit weiter belasten und meine Schränke verstopfen?

Ähnliches gilt für Küche, Bad und selbst für meine geliebten Bücher. Längst nicht jedes Buch,welches meine Regale füllt, habe ich auch wirklich gelesen. Sammeln und des Sammelns willen, für mich keine Option.

Das Leben einfacher gestalten, simpler und übersichtlicher zu machen, das klingt in den Lifestyle-Ratgeberbüchern immer ganz einfach und ganz Klasse. Im Denken und Handeln ist vieles davon bei mir angekommen. Im Alltag, nur teilweise. Vor anderthalb Jahren habe ich mir bereits schon mal Gedanken zu dem Thema des Loslassens allgemein gemacht und auch bei social-m fand ich eine Reihe zu dem Thema. Denn was ist Minimalismus im eigenen Leben letztlich anderes als Loslassen zu können.


 

Menschen sammeln Dinge. Dieses Bedürfnis ist mehr als nur Gewohnheit, es ist ein naturgegebener Instinkt, der Überleben sichert. Es geht nicht nur um bloßen Besitz, es geht um Sicherheit, das Gefühl geborgen zu sein. (Quelle: social-m.de)


Technik zum Beispiel ist bei mir berufliche Notwendigkeit wie private Freude. Ob Fotografie, Handy oder Soundsysteme, es sind Dinge, die mich begeistern, die mir nützlich sind, die mir Spaß machen. Ich würde nicht auf den Gedanken kommen, mich davon zu trennen. Mein Leben wäre ein Stück leerer ohne viele Dinge.

Ich kaufe heute bewusster ein, kann mich von Dingen besser trennen, aber ein wirklicher Minimalist werde ich wohl nie werden. Das Leben kann auch mit Dingen schön und bunt und wertvoll sein.

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