Leben & Arbeit

Von der Schwierigkeit einen Verein zu gründen

Deutschland ist nach wie vor Weltmeister… was die Gründung von Vereinen betrifft. Jeder dritte Deutsche ist durchschnittlich in mindestens einem Verein organisiert. Noch immer ist die Zahl neu angemeldeter Vereine jährlich erheblich.

Was weniger bekannt sein dürfte ist jedoch die Tatsache, dass auch immer mehr Vereine Schwierigkeiten haben sich ordnungsgemäß ins Vereinsregister eintragen zu lassen. Die Anforderungen, welche das Vereinsrecht in den letzten Jahren an einen eingetragenen Verein ansetzt, sind gestiegen. Kaum noch genügt es Mustersatzungen aus Schreibwarenläden oder dem Internet zu nutzen. Spätestens wenn es um die Zulassung zur Gemeinnützigkeit geht, müssen viele Vereine vor den Hürden der Finanzämter kapitulieren.

Doch oft höre ich die Frage: „Muss sich denn unser neuer Verein überhaupt irgendwo eintragen lassen?“

Die Antwort darauf kann nur sein: es kommt darauf an, was man mit dem Verein erreichen will. Ein nicht eingetragener Verein ist keine Rechtsform und kann so auch kaum handlungsfähig auftreten.

Ein Verein ist „Ein auf Dauer angelegter Zusammenschluss von natürlichen oder juristischen Personen, der einen gemeinsamen Namen trägt, sich von hierzu bestimmten Mitgliedern vertreten lassen kann und in dem jeder im Rahmen der Satzung nach freien Stücken ein- und austreten kann.“§ 21 – 79 BGB selbst. Mindestvoraussetzung für die Eintragung eines rechtsfähigen Vereins sind eine Anzahl von sieben Vereinsmitgliedern (§ 56 BGB) und eine Satzung, in der insbesondere die Befugnisse des Vereinsvorstands definiert sind. Ein nicht rechtsfähiger Verein bedarf lediglich zweier Gründungsmitglieder, eine schriftliche Satzung ist nicht nötig. Die Vereine bestimmen ihre Satzung unter Berücksichtigung der Vorschriften der §§ 21 – 79 BGB selbst.

Quelle: wikipedia

Das alles hat Sinn und Methode, gilt doch ein Verein als Rechtsform und kann wirtschaftlich tätig werden. Zu viele Vereine haben auch heutzutage noch immer keine oder eine völlig unzureichende Satzung. Das ist nicht nur für die jeweiligen Vorstände schwierig. Richtig kompliziert kann es bei Rechtsstreitigkeiten werden oder – um dem auch vorzubeugen – bei dem Versuch des Abschlusses einer Vereinsschadenhaftpflicht-Versicherung. Will ein Verein eine solche Absicherung abschließen bedarf es der genauen Analayse der Vereinssatzung. Eine mir bekannte Sachberarbeiterin eines großen deutschen Versicherungsunternehmens erzählte mir dazu, es sei unglaublich was da teilweise von Vereinen so vorgelegt würde. Vielfach musste ein Abschluss einer solchen Versicherung für Vereine durch die Gesellschaft grundweg abgelehnt werden, da schon die Satzung keinerlei rechtlicher Prüfung standhalten würde.

Vereinsrecht: Ein Leitfaden für Vereine und Mitglieder.
  • Detlef Burhoff
  • Herausgeber: NWB Verlag
  • Auflage Nr. 0 (03.06.2014)
  • Taschenbuch: 573 Seiten

Doch was soll nun ein Verein machen, der sich in Gründung befindet? Die Antwort ist nicht so leicht wie die Frage. Es gibt verschiedene Rechtsanwälte, welche sich auf das Vereinsrecht spezialisiert haben und bei solchen Fragen sicherlich gut helfen können. Die oft geäußerte Annahme, der Notar, welcher bei der Gründung eines Vereins mit dem Vorstand aufzusuchen ist, werde da ein Blick drauf haben, ist falsch und das ist auch nicht seine Aufgabe!

Neben den Rechtsanwälten gibt es einige mehr oder minder gute Onlineportale für Vereine. Ich werde mich demnächst diesem Thema noch einmal ausführlich annehmen. Sicherlich kann man auch dort fündig werden oder aber sich an einen der dort vertretenden Berater wenden. Berater für Vereine sind in Deutschland jedoch nach wie vor mehr als selten. Gerade im Gründungsbereich sind so viele Vereine auf sich allein gestellt und versuchen den oft widersprüchlichen Tipps aus dem Internet zu folgen.

Eine gute Beratung muss zwei Dinge gewährleisten: sie muss fundiert und umfassend sein und darf zum anderen nicht überzogen teuer werden. Man darf nicht vergessen: Vereine werden in der Regel gegründet um Hobbys, Interessen und Freizeit mit anderen zu teilen, um Spaß und Freude zu erleben. Dem sollte auch ein guter Berater Rechnung tragen.

Beratung, wie sie zum Beispiel unsere Agentur caveomedia anbietet, setzt bei den Grundlagen an.

  • Fragen nach Notwendigkeiten, der passenden Rechtsform (nicht immer muss ein Verein die beste Form sein),
  • Erstellen von Satzungen,
  • Begleiten und Betreuen von Gründungsversammlung,
  • Erarbeiten notwendiger Protokolle und Schriftsätze für die Anmeldung beim Amtsgericht,
  • dauerhafte Begleitung mit Zukunftswerkstätten, Tipps für Öffentlichkeitsarbeit und die Projektierung von Vorhaben.

 

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