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Vom iPhone6 zum Samsung Galaxy S6

Samsung Galaxy S6

Von einem der vom iPhone zu Android wechselte

Sakrileg! So schallte es mir vor allem bei Twitter entgegen. Apple verlässt man nicht wie eine verschmähte Geliebte. Ein iphone, vor allem neuerer Bauart kann man verlieren, zerstören, aber doch niemals gegen ein Android Gerät eintauschen!

Von „Schrott“ war da schnell die Rede, alles was nicht iOS und Apple ist, würde eh nichts taugen, nicht sicher sein und überhaupt würde da ja so viele Programme fehlen.

Samsung Galaxy S6

Ja, tatsächlich, ich habe es gewagt und bin von meinem iPhone 6 zum Samsung Galaxy S6 umgestiegen. Vielleicht hätte ich es (noch) nicht getan, wenn nicht Fortuna zugeschlagen und mir das Galaxy S6 als Gewinn zugedacht hätte. So aber stand ich vor der Wahl, behalten oder verkaufen, denn zwei Smartphones brauche ich nun wirklich nicht. Ich entschied mich für das Behalten und den Wechsel.

Um eines gleich vorneweg festzuhalten: Ich mochte mein iPhone 6 durchaus, bin jahrelang ein zufriedener iPhone-Nutzer gewesen und hatte verschiedene Varianten vom guten alten 3er bis zum flachgedrückten 6er Boliden. Es gab immer auch Dinge, die mich nicht begeisterten, weshalb ich auch ein, zweimal das Risiko eines Jailbreaks einging (und dafür auch mit Totalausfällen bestraft wurde).

Ich bin ein Freund der Individualität, der Optik und richte mir mein Smartphone gern nach meinen Vorstellungen und Wünschen ein. Dazu gehören Widgets genauso wie Themes und ähnliches. Alles, was iOS bislang verteufelt und sperrt. Sicherlich ein Grund, sich nach all den Jahren mal auf ein neues Terrain zu wagen.

Die großen Veränderungen sind bei iOS in den letzten Jahren ausgeblieben. Es wurde flat und bis auf die letzte Version leider auch spürbar langsamer. Mit iOS 9.1 gelang ein guter Wurf, der mich aber auch nicht mehr wirklich überzeugen konnte. Es war: brauchbar, erprobt, aber auch irgendwie langweilig. Für viele mehr Gadget und Statussymbol, aber sowas brauch ich eher nicht.

Sicherlich ist Android nicht immer das sicherste aller Systeme, aber wie uns der Supergau neulich im App-Store gezeigt hat, kann das auch Apple längst nicht mehr immer garantieren. Ich stehe auf dem Standpunkt, wer weiß von welchen Quellen er etwas  nutzt und was er an Schutzmaßnahmen treffen kann, der kann ganz gut damit leben.

Ich werde weder ein iPhone-Bashing betreiben, noch Android kritiklos über den Klee loben. Was ich zu berichten weiß, sind einzig meine Erfahrungen. Insgesamt bin ich jedoch mit dem Wechsel sehr zufrieden.

iphone 6

Samsung Galaxy S6 – Der erste Eindruck

Im ersten Moment denkt man sich: naja so unterschiedlich sind iPhone 6 und das Samsung Galaxy S6 gar nicht. Das stimmt auch irgendwie und irgendwie auch wieder nicht. Von der Software mal abgesehen, zu der komme ich später, sind beides Kraftboliden. Bei beiden kann man leider den Akku nicht austauschen und auch keine Speicherkarten zusätzlich einfügen. Die Mankos haben beide gemein. Beide Smartphones sind allerdings auch schnell und angenehm in der Benutzung.

Es gibt unzählige Vergleiche und Vergleichsvideos auf Youtube. Die technischen Vergleiche überlasse ich den Semi- und Vollprofis. Für mich fühlen sich beide wertig an, ich bin allerdings von der absoluten Schnelligkeit des Samsung Galaxy S6 richtig beeindruckt. Im persönlichen Vergleich kommt das iPhone da nicht ganz heran. Das mag vielfach auch am Betriebsystem liegen.

Die Kamera beim Samsung ist einfach sofort da (kurzer Doppelklick auf den Homebutton) und löst unglaublich schnell aus. Mehr dazu auch noch demnächst.

Die Umstellung ist für einen iPhone-User ein paar Minuten lang etwas ungewohnt, doch nach ein paar Tagen frage ich mich: wie konnte ich bitte all die Zeit ohne den „Zurück“ Button auskommen?
Erst wenn man diese Funktion etwas verinnerlicht hat, wird man merken, wie viel einfach vieles dadurch wird. Auch das mehr oder minder echte Multitasking oder die Möglichkeit alle offenen Programme auf einmal zu schließen, sind Dinge, die ich beim iPhone auch wünschen würde. Apple hat softwaretechnisch mit einer Zurück-Funktion begonnen. Diese ist allerdings eingeschränkt und nicht überall verfügbar. Eher nicht alltagstauglich.

Das Grundprinzip ist bei beiden Systemen ja schon das gleiche: die Nutzung von Apps und entsprechend die Anordnung dieser in der Oberfläche. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon irgendwie auf. Während ich beim iPhone auf der Oberfläche Ordner und verschiedene Seiten einrichten konnte, ging danach leider nicht viel mehr. Beim Samsung musste ich vieles erst entdecken. Die Systemeinstellungen erschlagen einen etwas, da fühlt es sich beim iPhone übersichtlicher an, allerdings kann man da auch längst nicht soviel individualisieren

Fehlende Software ?

Ein gängiges Vorurteil bei einem Wechsel vom iPhone zum einem Android Gerät lautet: „Da höre ich dann immer nur, da fehlt ja soviel Software!“

Ist das so?

Es gibt genau eine Software, die mir wirklich fehlt. Das ist Enlight, ein geniales Photo-Editor-Programm als App auf dem, iPhone. Leider ist davon keine Android-Version geplant, was ich persönlich sehr schade finde. Davon aber mal abgesehen, gibt es für mich jede Software, die ich nutze auch in gleicher oder ähnlicher Form auf Android. Die gängigen Programme und Social-Media-Anwendungen sowieso, aber auch viele andere Dinge. Von Enlight abgesehen, gibt es sogar im Verhältnis mehr Auswahl z.B. an Foto-Editoren.

Trotzdem gibt es auch Kritikpunkte. Während bei iOS viele Apps in den letzten Monaten flat und stylischer geworden sind, kommt vieles bei Android noch immer quitschebunt daher. Auch frage ich mich,warum die Apps von einem Anbieter bei beiden System schon optisch und von der Anordnung so unterschiedlich sein müssen. Das erfordert etwas Umlernen und müsste eigentlich nicht sein.

Und dann gibt es wieder Dinge, die einfach Spaß machen. Ich bin ein Freund von personalisierten Klingeltönen und erinnere mich noch gut, welch ein Akt das beim iPhone war, diese mühsam über iTunes einzuspielen. Das schaut beim Android zum Beispiel ganz anders aus. Die mp3 einfach direkt oder über eine Drive einspielen und schon gehts los.

Es kann so einfach sein, aber da zeigen sich eben auch die grundlegenden Unterschiede beider Systeme. Sicherlich trägt die eher restriktive Haltung bei iOS auch zu einer erhöhten Sicherheit bei, trotzdem ist manches auch 2015 noch Asbach Uralt und Bedienerunfreundlich.

samsung_galaxy_s6

Playstore und iTunes

Auf beiden System kann ich es als Nutzer so einstellen, das ich mir die Apps auf meinem PC/Mac über den Browser/iTunes  anschauen und kaufen/laden kann und diese dann von allein auf das mobile Gerät installiert wird. Das funktioniert beim Playstore etwas schöner, aber im Grunde sind die Abläufe ähnlich. Was ich so von iTunes her nicht kannte, sind viele Angebote Software zu testen und bei Nichtgefallen innerhalb einer bestimmten Zeit diese zu deinstallieren und das Geld bequem zurückerstatte zu bekommen. Überhaupt gefällt mir die Einbindung von Paypal als Zahlungsmittel beim Playstore.

Die Nutzung von Drittanbieter-Software gibt es beim iPhone eigentlich gar nicht. Hier stellt Android zwar mehr Offenheit, aber eben auch durchaus ein erhöhtes Gefahrenpotential für Viren zur  Verfügung.

Samsung Galaxy S6

Twitter, iMessage & Co

Wieso zu diesem Thema ein gesonderter Absatz? Nun, von energischen Apple-Fanboys wurde ich ja darauf hingewiesen, dass es auf dem Samsung Galaxy S6 und allen Android Geräten ja gar kein iMessage geben würde.

Stimmt, aber ich musste erstmal nachschauen,wann ich das letzte Mal iMessage genutzt habe. Ewig her. Bei mir läuft meine Kommunikation eher über Twitter, Telegram, Whatsapp oder Facebook. Und zu guter letzt hat fast jeder Tarif heute längst eine SMS-Flat drin, da ergibt iMessage als ein geschlossenes System nur für iphone-User eigentlich keinen Sinn mehr Anno 2015/2016.

Was Twitter angeht, so hatte ich mich leider darauf eingelassen auf dem iPhone noch kurz zuvor den Tweetbot 4 zu kaufen. Nicht ganz billig und irgendwie auch enttäuschend. Von der Optik durchaus ansprechend, sind die Sounds einfach unsäglich schlecht. Das Schlimme daran ist, man kann sie nicht einmal abschalten (ohne jetzt gleich sein ganzes iPhone stumm zu stellen) oder gar verändern. Es ist eine dauerhafte Zumutung und ganz ehrlich: heutzutage und für den Preis erwarte ich da einfach mehr. Das bei mir neue Follower nicht angezeigt wurden und keine Benachrichtigung kam scheint vielleicht nur ein Einzelfall, genervt hat es mich trotzdem.

Die hauseigene Twitter-App, die ich als Alternative auf dem iPhone gerne nutzte, erwies sich auf dem Samsung Galaxy S6 bei Android als eher nicht wirklich gut. Auch hier wieder der Fall von zwei unterschiedlichen Version im UI, der nicht sein müsste.

Es hat etwas gedauert und ich habe viele Twitter-Clients ausprobiert. Leider wurde das geniale Tweetdeck als Android-App eingestampft. Also nahm ich nochmal Mut und Geld in die Hand und legt mir auf Empfehlung Fenix zu. Ich war das skeptisch, wurde aber positiv überrascht. Doch dazu demnächst ein ganz eigener Artikel. Es sollte nicht der einzige twitter Client bleiben,den ich ausprobieren würde…

Einrichtung

Leider gibt es nach wieso keine schöne Implementierung beim Wechsel von einem System zum anderen. Trotzdem stellte sich der Umzug als recht einfach dar. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, das man vieles heute über Cloud-Dienste recht bequem austauschen kann, das Kalender über Google gehen und es gute Sync-Systeme gibt.

Mit der Oberfläche beginne ich gerade erst zu testen, daher ist bislang noch fast alles beim alten Touch-Wiz, der aber gar nicht so schlecht ist. Trotzdem werde ich mich da an anderen Launchern versuchen und auch sonst einiges mit der Optik und Bedienbarkeit testen.

Eins der für mich großen  Pluspunkte ist beim Samsung Galaxy S6 die Möglichkeit der Widgets. Ob Uhrzeit und Wetter oder auch Kalender, To-Do-Listen, ÖPNV usw, alles ist möglich und spielend einfach konfigurierbar.

Aber auch viele kleine Dinge, wie Anzeigen für Speicherauslastungen, Bereinigungen uvm. machen den gewissen Vorteil aus. Vor allem aber: es ist schnell und zwar richtig schnell! Vielleicht bremst iOS da nach wie vor etwas aus, obwohl ich da auch zuletzt das Gefühl hatte mit der neuen Version ab 9.1. sei es schneller geworden, doch wenn die gleichen Apps mit dem Samsung öffne, geht es deutlich zügiger einher.

Das helle und fast schön leuchtende Display macht ebenfalls mehr Freude. Dagegen gehalten fühlt sich mein iPhone 6 fast schon etwas matt an. Ich habe beim Samsung Galaxy S6 einfach das mehr Gefühl ein Smartphone auf der Höhe der Zeit zu nutzen, aber das mag ja sehr subjektiv sein.

Das ist richtig, nur scheint es in dem Fall eher iOS, welches Apps wie Facebook & Co massiv ausbremst. Jedenfalls laden diese beim Samsung Galaxy S6 bei mir mit erheblicher Geschwindigkeit. Gleiches gilt für die native Twitter App etc.

Samsung Galaxy S6

Mein Fazit

Es wird noch einige Zeit dauern bis ich all die Möglichkeiten und die Optik beim Samsung Galaxy S6 erforscht habe. Statt über Foto-Apps auf dem iPhone, werde ich nun auf Android hier welche vorstellen. Camu zum Beispiel gibt es ja auch beiden Seiten.

Induktives kabelloses Laden des Akkus wird das nächste sein, welchem ich mich widmen werde, das Zubehör dazu ist gerade unterwegs zu mir. Für mich ist es nach all den Jahren iPhone ein spannendes neues Feld. Der erste Eindruck vom Samsung Galaxy S6: könnte etwas Akku schonender sein, macht aber unglaublich viel Spaß. Ich für mich vermisse da nichts, im Gegenteil, ich entdecke viele neue Dinge. Die Zeit mit meinem iPhone war gut, aber ich vermisse es auch nicht wirklich.

Automatisierte Regeln, das WiFi von selbst abschalten wenn man ausser Haus geht, verschiedene Einstellungsvarianten für unterschiedliche Orte und die fast endlosen Möglichkeiten für Optiken und Oberflächen lassen mich Android und das Samsung Galaxy S6 als guten Schritt nach vorn empfinden.

Und bei aller Fanboy-Liebe: den Apple-Jüngern würde etwas weniger Arroganz gut zu Gesicht stehen, vor allem wenn man keine ausreichende Ahnung im Vergleich hat!

Wahl-Leipziger / Blogger, Fotografiebegeistert, ehemaliger Podcaster. In diesem privaten Blog beschäftige ich mit Dingen wie Musik und Software, aber auch mit der Fotografie - Dinge also, die mir Spaß machen und etwas bedeuten. Du findest mich auch auf Google+, Facebook, Twitter und Pinterest

4 Kommentare

  1. Hallo Uwe,

    tja ich meinte und meine auch immer wieder von Apple (Laptop, Tablet und Phone) auf Windows (PC) und Android (Tablet und Phone) umsteigen zu müssen. Bei mir sind es meist finanzielle Gründe. Apple erscheint halt doch erstmals teurer.

    Was ich nach all den vielen Versuchen jedoch festgestellt habe: ein ständiger Wechsel der Systeme (hin und her) ist letztendlich noch teurer.

    Vor einem Jahr habe ich noch groß getönt, nicht mehr zu Apple zurück zu kehren. Und seit einem Monat ist es wieder genau umgekehrt. Warum ich das alles schildere. Nun vielleicht wirst Du auch demnächst Deine Erfahrung machen. Ich hatte zuletzt das Samsung S5. Wasserdicht, SD-Karte und Akku austauschbar. Wunderbar.

    Jedoch bei all den von Dir genannten Vorteilen, es ist nun einmal nicht so intuitiv wie ein iPhone. Klar gibt es in iOS auch kleine Dinge die ich vermisse. Die Zurücktaste, das sofortige abspielen von Musik beim Einstecken der Kopfhörer (da ist das iPhone deutlich langsamer bis es sich dazu herab lässt Musik zu spielen) und das Anschließen von USB-Sticks und -Festplatten via OTG-Kabel. Alles Dinge die ich beim iPhone vermisse. Und die Einschränkung alles über iTunes einzuspielen war mir auch eine ganze Weile zuwider.

    Doch letztendlich lande ich immer wieder bei Apple. Nicht weil die besser oder hübscher sind, sondern weil das ganze System in sich stimmiger ist. Alles aus einer Herstellerhand funktioniert nicht nur beim Autokauf nach wie vor wunderbar, sondern eben auch bei Computern 🙂 In diesem Sinne bin ich gespannt wann Du wieder Dein iPhone heraus holst.

    LG
    Chris

    • Hallo Chris,

      danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Natürlich weiß niemand was die Zukunft bringen wird und es mag schon sein,dass ich eines Tages beim iPhone 9 oder 10 wieder lande, aber im Augenblick sehe ich da eigentlich keine „Gefahr“. Ich bin lange Jahre jetzt iPhone-User gewesen und weiß, was Du meinst, von wegen der Stimmigkeit des Systems. Vor allem in der Zusammenarbeit mit iMac und Macbook natürlich easy und komfortabel.
      Eben diese Stimmigkeit birgt aber auch eine gewisse Langeweile auf Dauer und mal ganz ehrlich, das syncen mit Daten (nicht nur mit Klingeltönen), empfinde ich beim Samsung als mindestens genauso einfach und einigen Punkten sogar als besser.

      Ich konnte früher nie verstehen, wieso viele vom Bevormundungskäfig bei Apple gesprochen haben. Ich sehe das auch jetzt noch nicht so, aber es ist schon so, das ich mir bei Adroid vieles mehr auf mich zuschneiden kann. Apple hat den entscheidenen Vorteil: einschalten und loslegen. Das ist bequem und für viele sicherlich genau der Wohlfühlfaktor den sie suchen.

      Für mich war das auch lange so, aber ich habe immer mehr gemerkt, das mir eben gewisse Möglichkeiten fehlen, auf die persönlich Wert lege. Beim iphone schaut im Grunde eines wie das andere aus, hier aber kann ich mit Themes, Mods , Widgets es mir genau so einrichten, wie es brauche und gern mag.

      Was die Zukunft bringt: bin mal gespannt. Im Moment ist es genauso so wie es ist gut und richtig. Mal schauen wie ich in einem Jahr darüber denken werde.

      Gruß Uwe

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