Musik

The Divine Comedy – Foreverland

The Devine Comedy

Review über 2016 erschienene Album „Foreverland“ von The Divine Comedy. Ein Glückmoment für Normalsterbliche und kein Mainstream

Katharina die Große, Napoleon und fast ein Musical, „Foreverland“ der Band Divine Comedy sprengt so ziemlich alle Konventionen und ist sicherlich kaum etwas für den Mainstream Geschmack. Trotzdem oder gerade deshalb gehört dieses neue Album für mich zu den „Hinhörern“ des Jahres 2016.

The Divine Comedy war für mich bisher völlig unbekannt. Durch Zufall bin ich auf der Neuerscheinungsliste von Spotify auf diese besondere Band gestoßen. Einmal reingehört blieb einiges im Ohr. Es sind die Songs, die fast wie einem Musical daherkommen. Viel Vocalität, unterschiedlichste Instrumente und eine Gesamt-Story, die einen mitnimmt.

Bei Wikipedia wird The Divine Comedy als britische Popgruppe unter dem Sänger Neil Hannon benannt, doch irgendwie trifft es das auch nicht ganz. Es ist eher orchestraler Pop, der in den Songs den Krieg um die einfach auf ihrem Pferd zu gut aussehende Katharina die Große quasi herbei ruft. Das alles auch als Homage und Liebesgeschichte, ein wüstes Durcheinander und doch mit der einprägsamen Stimme von Neil Hannon wunderbar sanft erzählt.

Meine erste Assoziation war das Konzeptalbum „Freudiana“ und das daraus resultierende Musical von Eric Woolfson. Alan Parsons Project in anderer Version und „Foreverland“ durchaus nicht unähnlich.

„Ein Glücksmoment für Normalsterbliche.“– ndr.de

„Foreverland“ ist bereits das elfte Album von Hannon und The Divine Comedy. Sechs Jahre sind seit der letzten Veröffentlichung vergangen und meine Entdeckungsreise geht weiter zu den älteren Werken.

Dabei nimmt Neil Hannon seine Musik gleichermaßen ernst und belustigt zugleich.

„Ich finde, allein durch den Einsatz und das Arrangement der Instrumente bringe ich Humor in die Musik. Das Lied „Catherine the Great“ wäre auch witzig ohne den Text, einfach weil in der Musik so viel passiert und die einfach skurril ist. Normalerweise ist es witziger, wenn der Text lustig ist und die Musik total ernst. Dadurch wird der Text noch lustiger.“

Es ist wohl dieser ureigenste Widerspruch, der die Songs so vielschichtig und romantisch, kitschig, schön werden lässt.

Im Song „Catherine the Great“ geht es zum einen um die russische Kaiserin Katharina die Große. „Catherine the great“ ist für Hannon aber auch seine Lebensgefährtin, die irische Musikerin Catherine Davey. Während er augenscheinlich also über die russische Kaiserin singt, versteckt er im Text Komplimente an seine Freundin. Romantisch.

Viele Ohrwürmer beinhaltet das Album, an andere Stücke muss man sich erst „heranhören“. Nichts von der Stange, keine austauschbare Kaugummimusik. Etwas zum entdecken.

Foreverland (2cd Ltd.)
  • the Divine Comedy, Foreverland (2cd Ltd.)
  • Pias UK/Divine Comedy Records (rough trade)
  • Audio CD

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