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Pinterest – der zweite Anlauf

Ganze zwei Wochen ist es her, dass ich für mich feststellte: „Pinterest? No interest!“  Nicht nur der übermässige Hype, sondern auch die durchaus bedenkliche Frage des Urheberrechts, ließen mich letztlich den neuen Stern am Onlinehimmel meiden. Letztlich sah ich für mich einfach keinen Sinn darin.

Vor ein paar Tagen kamen von zwei unabhängigen Seiten dann Inspirationen, sich doch noch einmal mit dem Thema zu beschäftigen. Danke Ute und Thomas, ohne Euch hätte ich da sicherlich keinen zweiten Blick drauf geworfen.
Noch immer ist das Thema des Urheberschutzes nicht zufriedenstellend geklärt, auch wenn es Ideen gibt, dem mit Wasserzeichen / Bildsignaturen, entgegen zu wirken.

Doch wieso bin ich nun wieder zurückgekehrt und, ich gebe es zu, habe sogar Gefallen gefunden? Für manche ist es ein großes Wunderbilderbuch, für andere Inspirationsquelle oder bloßer Zeitvertreib. Inhalte teilen kann ich doch auch bequem bei Facebook, Twitter oder Google+. Wozu also Pinterest?

Der Vergleich hinkt etwas. Inhalte bei Facebook bekomme ich nur von denen zu sehen, die mich auch zulassen und verlinken. Bei Twitter muss ich Leuten schon folgen um zu sehen was sie teilen und bei Google+ muss ich jemand einkreisen. Neues entdeckt man so meist nur wenn andere es bereits teilen oder zufällig. Pinterest hat da nur auf den ersten Blick das gleiche Prinzip. Neben dem Follow-Prinzip, was auch hier der Standard ist, kann ich zu verschiedenen Themen Pinterest durchsuchen. Es gibt eine Reihe vorgegebener Kategorien, aber auch eine eigene Suche. Hier suche ich dann z.B. nach Begriffen wie Leipzig und werde dann fündig:

 

Hinter jedem Bild, welches ich auf Pinterest finde, verbirgt sich auch die Quelle, der Link, die Seite, woher das Bild angepint wurde. Ich habe so, ähnlich einer Suchmaschine, einen Überblick über eine Anzahl von Seiten,welche dem Thema verbunden sind. Klar, man könnte nun einwenden, das könne man gleich über Google & Co lösen, doch im Gegensatz zu den herkömmlichen Suchmaschinen gibt es hier personalisierte Kommentare, Bemerkungen und Empfehlungen. Vielleicht landet Google eines Tages ja auch dabei (die Richtung ist wohl eingeschlagen).

Ich kann selbst Bilder anpinen, hochladen oder andere Bilder, die zu mir passen repinen. Hier genau ist dann auch der Haken mit dem Urheberrecht. Man kann frei auf andere Bilder zugreifen. Die Quelle bleibt gleich, also der Verweis zur ursprünglichen Seite, doch gefragt wird niemand. Ginge auch gar nicht bei dem System und es stellt sich die Frage inwieweit das rechtlich zulässig sei.

Neben dem eigentlichen Suchen, Finden und Sammeln, hat Pinterest aber durchaus auch noch weiteren Nutzen. Kurz gesagt: Interessensgemeinschaften und Traffic.

Jedes Bild, welches ich über meine eigene Seite, meinen eigene Blog einbinde, leitet den Suchenden beim Anklicken auf meine Seite weiter. Wenn das Bild stimmig in den Content eingebunden ist, erreiche ich so eine völlig neue Leserschaft. Ob die dann mit deutschen Blogbeiträgen etwas anfangen kann, sei dahingestellt. Den Traffic für die eigene Seite freut es und für Shops macht dies durchaus auch Sinn.

Den zweiten Vorteil nannte ich eben Interessensgemeinschaft. Ganz konkret: Fotografen. Ähnlich Google+ ist Pinterest eine wunderbare Möglichkeit mit anderen Fotografen ins Gespräch zu kommen, Arbeiten auszutauschen und so hat sich schon schnell auch dazu ein Board gefunden.  Wo sonst bekommt man sachkritische und interessierte Kommentare von New Yorker Fotografen?

Pinterest bleibt zwiegespalten. Und die Betrachtungen dazu sicherlich auch.

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