Leben & Arbeit

Nur ein Mann hat sowohl Taschenrechner, Armbanduhr als auch die Wahrscheinlichkeitstheorie erfunden!

Erfinder nehmen sich oft den verschiedensten Themen an und tüfteln an unterschiedlichen Experimenten. Manchmal erfinden sie dabei etwas Neues ganz aus Versehen, als Nebenprodukt ihrer Recherche. Der französische Erfinder und Wissenschaftler Blaise Pascal war einer der hoch angesehenen Mathematiker und Physiker seiner Zeit. Er lebte im 17. Jahrhundert (1623-1662) und ihm wird zugesprochen, eine frühe Version des Taschenrechners erfunden zu haben. Die Maschine trug den Namen Pascaline.

Taschenrechner und das Rouletterad, das aus Versehen erfunden wurde

Blaise war schon als Kind ein Genie und verfasste mit nur 11 Jahren eine Abhandlung über den Schall. Wir könnten alle froh sein, auch nur einen Bruchteil der Intelligenz dieses Kindes zu besitzen. Pascals Vater war ein Steuereinnehmer, und um seinem Vater zu helfen, baute der erst 18-jährige Pascal ganz einfach einen Taschenrechner für seinen Vater. Der bestand aus einem Zahlenrad und half seinem Vater dabei, die Steuern zu zählen. Die Maschine besaß Nummernscheiben, die sich drehten und jeweils eine Zahl in einem Schlitz anzeigten. Wenn die erste Scheibe weiter als die Zahl 9 gedreht wurde, fing sich die zweite Scheibe an mitzudrehen und zeigte die 0 an, um die 10 zu bilden. So gab es die Möglichkeit, zweistellige Zahlen anzuzeigen. Die dritte Scheibe fing an sich zu bewegen, wenn die zweite Scheibe die 9 überschritt und so konnten dreistellige Zahlen angezeigt werden – und so weiter. Pascal arbeitete weiter an der Maschine und produzierte zahlreiche verbesserte Versionen, aber sie wurde nie zum Verkaufshit.

Etwa zur Hälfte des 17. Jahrhunderts versuchte sich der Erfinder an einem Perpetuum Mobile, einer Maschine, die mehr Energie erzeugen sollte, als sie verbrauchte. Pascal war mit seinem Versuch nicht alleine. Zahlreiche Denker haben sich an dieser Maschine versucht – und sind letztendlich gescheitert. Das amerikanische Patentamt hat sogar aufgehört, Patente dafür auszugeben, ohne vorher ein funktionierendes Modell zu sehen. Bei Pascals Versuchen an einem Perpetuum Mobile erfand er im Jahr 1655 mehr oder wenig aus Zufall ein berühmtes Spiel – nämlich das Roulettespiel. Der Name „Roulette“ heißt auf Französisch „kleines Rad“.

Bild: Citron/CC BY-SA 3.0; „Perpetual motion wheels from a drawing of Leonardo da Vinci“; Wikimedia Commons;  Ein Perpetuum Mobile nach einer Zeichnung von Leonardo da Vinci.

Wahrscheinlichkeitstheorie – ein einfaches Konzept, aber erst einmal musste es erfunden werden

Parallel arbeitete Pascal mit dem Mathematiker Pierre de Fermat. Die beiden besprachen das Glücksspiel und Pascal stolperte durch eigene Experimente mit dem Würfelspiel bald über die Wahrscheinlichkeitstheorie. Er fand heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis eintritt, berechnet werden kann. Vorher war diese Berechnung noch nicht bekannt. Dank dieser Erkenntnis wurde Blaise Pascal zum Vater der Wahrscheinlichkeitstheorie. Doch was haben Würfel und Roulette gemeinsam? Die Wahrscheinlichkeiten beim Würfeln, Roulette und anderen Casinospielen sind sich sehr ähnlich. Ein Beispiel: Ein traditioneller Würfel besitzt die Zahlen 1 bis 6. Wie wahrscheinlich ist es, dass eine bestimmte Zahl, wie die 4 zum Beispiel, gewürfelt wird? Ganz einfach: 1/6, da es die 4 nur einmal gibt und der Würfel sechs Seiten besitzt. Nimmt man die Farben der Zahlen beim Roulette – es gibt entweder rote oder schwarze – dann beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Farbe, z. B. rot, eintritt, 50 %. Die Berechnung ist dann 1/2 (eine Farbe und zwei mögliche Farben).

Die Armbanduhr besaß zuerst nur eine Schnur als Armband

Nicht nur Roulette und die Wahrscheinlichkeitstheorie, sondern auch eine weitere berühmte Erfindung ist auf Pascal zurückzuführen: die Armbanduhr. Es heißt, dass Pascal seine Taschenuhr aus praktischen Gründen um sein Handgelenk gebunden hatte, damit er seine Hände nicht verwenden muss, um sie aus der Tasche zu holen. Er verwendete dabei eine Schnur. Diese Variante hatte also noch nicht viel mit den edlen Lederarmbändern von heute zu tun.

Wie man sich, kam eine wichtige Erfindung nach der anderen von diesem Genie. Er selbst galt als Perfektionist und auch als Sturkopf. Leider war sein Leben nicht immer leicht, da er u.a. an Schlaflosigkeit litt und sein pausenloses Arbeiten an ihm zerrte. Seine Erfindungen wiederum waren für die Bereiche Physik, Geometrie und Computerwissenschaft unheimlich wichtig. Andere Genies wie Isaac Newton ließen sich sogar von ihm inspiriert. Leider lebte Pascal nur 39 Jahre und starb 1662 an einem Tumor in Paris. Dieser Mann hat unser Leben sehr bereichert; wir verdanken ihm vieles, was heute für uns selbstverständlich ist.

Titelbild: https://pixabay.com

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