Leipzig

Ein Abschied – Netzwerk Neues Wohnen in Dresden

Wer schon ein wenig länger bei mir mitliest, dem wird NWID, das Netzwerk Neues Wohnen in Dresden, schon etwas sagen.

Als ich 2009 von Berlin nach Dresden zog, hatte ich eine Idee im Gepäck. Zuvor, bei der Arbeit im Verein Zukunfts-Traum e.V., in dem es um die Realisierung von generationsübergreifenden Wohnprojekten ging, hatte ich die Berliner Stattbau kennengelernt. Die Idee ein Mittler und Vermittler zwischen Projekten, wie Baugruppen, Wohnprojekten und eben generationsübergreifenden Wohnprojekten, auf der einen Seite und Interessenten auf der anderen Seite zu sein, hatte mich fasziniert.

Die Idee der generationsübergreifenden Wohnprojekte war etwas, was ich auch in meiner neuen Heimat Dresden gern weiter verfolgen und fördern wollte. Erste Kontakte, z.B. zum Stadtplanungsamt, waren schnell geschlossen, aber ich merkte auch, das in Dresden eine recht schwierige Vorgeschichte herrschte. Es hatte Versuche gegeben in Tagungen die gemeinsame Linie zu finden, doch 2009 zog jeder in seine eigene Richtung oder hatte sich von der Idee ganz verabschiedet.

Und doch schien die Idee eines Netzwerkes, eines gemeinsamen Runden Tisches auf fruchtbaren Boden zu stoßen. Oft hörte ich in Gesprächen: „Ja, wir würden schon, aber das muss jemand anders initiieren“. Zu viel Vorbehalte, zu schlechte Erfahrungen. Was konnte da besser sein als ein Außenstehender, ein Neuzuzug, dem all die Vergangenheit nicht im Wege stand?

Recht schnell kamen die ersten größeren Gesprächsrunden und die Ideen für einen öffentlichen Tag, eine Art Forum, Messe – so wie die Leipziger und vor allem die Berliner es vorzeigten. Der etwas unglücklich gewählte Begriff „Forum“ fiel uns später noch ordentlich auf die Füße. Unter einem Forum stellt man sich halt mehr Redebeiträge als Stände vor.

Zwei Jahre, bis ich im Januar 2012 hier nach Leipzig zog, war ich ständiges aktives Mitglied im Netzwerk. Im November 2011 fand auch das erste große Forum statt. Es lief nicht schlecht, aber man kann viel daraus lernen und verbessern.

Die Idee wurde ein Netzwerk, welches sich sogar eine Geschäftsordnung gab und es wurde unter dem Dach der lokalen Agenda in Dresden angesiedelt. Damals erschien es mir eine gute Idee, ließen sich doch so viele organisatorische und politische Wege auf Grund der Bekanntheit und Vernetzung der lokalen Agenda besser beschreiten. Heute bin ich mir ob dieser Entscheidung nicht mehr ganz so sicher. Zu vieles wurde abgegeben und abgenommen, es fühlte sich zuletzt nicht mehr richtig an für mich.

Nun kam der Umzug und schnell merkte ich auch, wie schwer es war, die doch nicht eben große Entfernung zu überbrücken. Die Entscheidung rückte näher und in der letzten Woche trat caveomedia und in der Folge auch ich als aktives Mitglied zurück.

Nach wie vor bin ich von der Idee an sich überzeugt und sehe auch mehr denn je die Notwendigkeit dafür. Wenn ein Netzwerk aber reiner Werbeträger für eigene Projekte wird, wenn Befindlichkeiten wichtiger als Sachlagen sind, dann gilt es zu überlegen, ob die Form eine andere sein sollte. Dazu habe ich nun Zeit, bin nach Leipzig gezogen und habe eine Idee im Gepäck…

Ich wünsche NWID und seinen Teilnehmern alles Gute für die Zukunft! Dresden braucht einen Gegenpol zur herkömmlichen Wohnungslandschaft!

Das Thema bleibt aktuell und wird mich auch in Zukunft weiter bewegen.

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