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Lightroom vs. Aperture

Überzeugte Fans von Lightroom werden mit dem Kopf schütteln und einen direkten Vergleich für überflüssig halten, doch da ich in der letzten Zeit öfter angefragt wurde, ob ich Apple Aperture oder Adobe Lightroom nutze und was ich für besser erachte, hier mal kurz ein paar Zeilen dazu.

Faktor Preis:

Für viele nicht unerheblich, obwohl das handling und die Quaität natürlich im Vordergrund stehen sollte. Seit der Einführung von Aperture in den App Store ist der Preis auf knapp 63 Euro gesunken. Vorher wollte Apple einen Preis von rund 200 Euro haben. Es sollte als gegenstück zu Adobes Lightroom stehen. Mit dem gesenkten Preius und der leichten Verfügbarkeit über den App Store hat das Programm sicherlich viele neue Fans gewonnen.

Adobe Lightroom ist für viele das Maß aller Dinge in der Fotoentwicklung und -nachbearbeitung. Mit rund 260 Euro wird allerdings auch ein beachtlicher Preis aufgerufen. Für Schüler und Studenten geht es bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises auch in den Bereich des Aperture-Preises. Gelegentlich, wie vor kurzen bei Gravis, gibt es Sonderaktionen, wo man vom Normalpreis 60-100 Euro einsparen kann, aber nicht jeder kann auf solche Aktionen unbedingt bei der Anschaffung warten.

OS- Integration:

Da ich im Bereich der Fotografie alles über MacOs abwickele, kann ich den Vergleich auch lediglich zu diesem Betriebsystem wagen. Im Grunde binden sich beide Programme gut ein, wobei Aperture hier natürlich noch den Heimvorteil hat. Aus beiden Programmen lassen sich externe Editoren (wie z.B. Photoshop) einfach aufrufen und das Zurückspeichern klappt reibungslos.

Früher galten Presets als Votum für Lightroom, weil die Auswahl dabei wesentlich größer war. das ist immer noch so, doch indessen gibt es auch für Aperture eine ganze Reihe von Plugins und Presets, mit denen man die Entwicklung erweitern kann. Der Vorsprung von Lightroom hat hier deutlich abgenommen.

Die Verwaltung:

Hier wünschte ich mir ein Mix aus beiden Programmen. Die Katalogverwaltung in Lightroom iost durchdacht, aber nicht immer sehr Übersichtlich. Aperture glänzt dabei mit einer optischen Darstellung, die vieles einfach macht. Das Handling von Fotogruppen ist in Aperture doch komfortabler. Allerdings lassen sich Fotos direkt vom Datenträger nicht so leicht löschen. Beide Programme erstellen auf Wunsch Kopien der Originale. Die Backuplösung ist bei Lightroom durchdachter. Die Gesichtererkennung ist bei Aperture der von iphoto gleich, aber für mich hat diese Funktion noch nie viel Sinn gemacht. Wer allerdings viele Portraitfotos oder Familiengeburtstagsfotos macht, dem mag das durchaus helfen.

Die Entwicklung:

Hier zeigt Lightroom, warume s bei Fotografen dfie Nummer 1 ist. Mutet da Aperture oft nur wie eine Weiterentwicklung von iphoto an und hat durchaus so seine Schwierigkeiten mit der Umsetzung, wirkt die Entwicklung bei Lightroom für den Anfänger wahrscheinlich etwas unübersichtlich. Wer sich aber dabei eingearbeitet hat, der wird nicht mehr tauschen wollen.

Der Export:

beide Programme kommen mit RAW-dateien gut bis sehr gut zurecht und auch beim Export gibt es keine großen Mängel. Während die Einbettung von Wasserzeichen (als Text oder Grafik) bei Lightroom für alle Exporte einfach und gut gelöst ist, gibt es da bei Aperture noch ein gewissen Nachholbedarf. Vieles bei Aperture ist auf „mobil me“ ausgerichtet und wer es nicht oder nicht mehr nutzt, den nerven die Anfragen schnell. Facebook und FLickr sind bei beiden Programmen standardmässig schon als Exportfunktion mit an Board und müssen nur noch konfiguriert werden. Allerdings verschluckt sich Aperture bei der Veröffentlichung gern mal und dann fehlen im Fotostream etliche Fotos, die mühsam nachträglich noch exportiert werden müssen.  Die Synchronisation ist dafür gelungen. Werden Fotos nachträglich einem Ordner hinzugefügt, der veröffentlicht wurde, können diese ebenso nachträglich veröffentlich werden. Andere Dienste können bei beiden Programmen nachgerüstet werden. Auch hier bietet Lightroom mit der Lightroom Exchange Plattform ein gutes Vorbild.

Das Fazit:

Beide Programme haben ihre Vor- und Nachteile. Wem iphoto nicht genügt, aber trotzdem keine regelmäßigen großen Fotoshootings oder Fotoreisen unternimmt, für den ist Aperture sicherlich gut geeignet. In der Kombination einem Grafikprogramm wie Photoshop o.ä. kann man auch hier allerhand herausholen. Die Verwaltung ist gut gelöst und im- und Export der Fotos funktionieren bei beiden innerhalb gewisser Toleranzen. Was auffällt: Lightroom ist schneller und Aperture hat ab einer gewissen Fotoanzahl wirklich lange zu tun um mit der eigenen Mediathek zurecht zu kommen.

Auch hier gilt: es kommt darauf an,was ich damit machen will. Beide Programme haben ihre Berechtigung. Für mich persönlich geht allerdings kein Weg mehr an Lightroom vorbei. Für alle Einsteiger in Lightroom sei im übrigen folgendes Buch sehr empfohlen: Patrick Ludoph „Mein Lightroom Alltag“  (der Link führt zu meiner Buchrezension).

Nachtrag: Indessen ist die Version Lightroom 4 erscheinen. Auch hierzu gibt es einen Artikel

Weiterer Nachtrag: Aperture wurde von Apple eingestellt

4 Kommentare

  • Also ich nutze Lightroom, ok, ich kann auch nicht anders da ich keinen Mac habe.

    Aber auch da würde ich wohl Lightroom nutzen. Der Gewohnheit wegen.

    Aber schöner Artikel.

  • Ich habe auch beide Programme intensiv in der Mac Umgebung erprobt. Motiviert durch den Preis habe ich neben Lightroom auch Aperture in der Version 3 angeschafft. Wie im Artikel oben erwähnt, ist die Arbeit mit Aperture bei eine größeren Zahl Bilder fast unmöglich. Aperture verarbeitet bei jedem Start Ewigkeiten irgendwas und legt damit das System komplett lahm. Die Funktionalität von Aperture ist gut aber viel zu langsam, bin darum zu meiner Lightroom 2.7 Version zurückgekehrt, da mir das Update bisher noch zu kostspielig war.

    Gruß Sago

  • Hallo,

    ich stehe auch vor der Entscheidung! Ich liebe Aperture, aber bei 15.000 Bildern wird es echt qäulend langsam. Na, ja, ich hole mir mal die Probeversion von Lightroom und dann mal sehen, wie der Export/Import klappt…

    Danke für den objektiven Vergleich

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