Leben & Arbeit

Kreise im Leben

Unsere ersten intensiven Erinnerungen im Leben, an Menschen, Gegenstände, Gerüche oder Töne, begleiten uns vermutlich unser ganzes Leben. Die Gesichter unser Familie, das Gefühl der Geborgenheit, der Neugierde auf das Leben oder auch ein Spielzeug, ein Kuscheltier…

Kuschelig würde ich den schwarzen Gesellen nicht nennen, der da auf meiner Couch Platz genommen hat. Mit Holzwolle gepolstert und einem dichten Fell versehen ist er eher ein etwas rauer Geselle und doch…

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© uwebwerner.de

Ich weiß nicht wirklich wie alt ich auf diesem Foto war, vielleicht drei Jahre alt. Wenn ich an meine früheste Jugend denke, kommt dabei auch immer dieser schwarze Kater, damals liebevoll Katzenpeter genannt) dabei vor. Ich schleppte ihn oft mit mir durch die Gegend, er saß neben mir im Bett beim Einschlafen und war der Hüter meiner Schätze. Ein Stück Kindheit, das sich in Erinnerung bis heute bei mir bewahrt hat.

Die Geschichte fing aber viel früher an. Meine Eltern brachten den gestiefelten Freund von einer Reise aus Prag mit. Das war lange vor meiner Geburt. Irgendwie also auch eine Art älterer Bruder. Später, als ich zur Welt kam, war der schwarze Geselle wie selbstverständlich an meiner Seite. Er musste so einiges mit mir aushalten: erste Zähne, hohes Fieber, nasse Füsse, Sand aus dem Garten…

Jahre, ja Jahrzehnte später machte ich mich auf nach Köln. Hinaus aus dem Elternhaus und auf in einen neuen Abschnitt meines Lebens. Die Katze blieb zurück und dafür begleitete mich eine andere kleine Katze, doch ist eine ganz andere Geschichte.

Während ich die ersten Schritte in ein eigenes Leben, fernab meiner Wurzeln, versuchte, wanderte das grünäugige Katzenwesen durch die Familie und verschwand aus meinem Leben…

Wieder ein Sprung nach vorn, wieder Jahre später und ein Weihnachten vor nicht allzu langer Zeit. Es dürfte von diesen großen Katzen wohl nicht mehr allzu viel geben indessen, doch meine Schwester  entdeckte einen. Auch dieser hatte schon seine Jahre auf dem Buckel und mit viel Mühe brachte ihn meine Mutter wieder auf die Beine. Und so öffnete ich zu Weihnachten ein großes Geschenk und glaubte meinen Augen nicht trauen zu können…

Ich bin herumgekommen in meinem Leben, habe viel gesehen, viel erlebt und auch viel verloren. Wer so häufig umgezogen ist wie ich, da bleibt vieles auf der Strecke, auch von Kindheitserinnerungen. Und so kam der Katzenpeter (auch wenn es ein anderer aber identischer war) nach einer Reise durchs Leben wieder zu mir zurück. Unbezahlbar…

© uwebwerner.de

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1 Kommentar

  • Hi Uwe,

    ein schöner Beitrag!

    Auch mir kommen immer öfter weit zurückliegende Kindheitserinnerungen in den Sinn. Dann ertappe ich mich dabei, (meist) zu lächeln. Danach begebe ich mich auf die Suche nach Gegenständen, die ich damit verbinde. Ich suche im Keller oder bei meinen Eltern. Wenn ich dann einen wiederfinde, überkommt mich meist ein Strahlen, das meine Familie schlicht begeistert.

    Wie schön sind meine Erinnerungen an meine Kindheit …

    Fußige liebe Grüsse von LangsamMacher Jana
    #BLOKOSO

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