Leben & Arbeit

Im Spiegel

Im Spiegel
(13.03.2003)

Du stehst vor dem Spiegel und schaust, was Dich kritisch betrachtet. Müde siehst Du aus, vom
Leben schon gezeichnet. Deine Augen blicken, als ob Du etwas suchst, nach etwas verlorenem
forscht und es doch nicht fi ndest. Es blitzt noch immer in Deinen Pupillen und Du könntest
schwören, der kleine Junge, der Du einst warst, schaut noch immer hervor. Tief versteckt hinter
dem Alltag und den Sorgen und Problemen des Lebens, blickt er heraus und sehnt sich nach einer
längst vergangene, unbeschwerten Zeit zurück. Leicht hast Du es ihm nicht gemacht noch immer
zu leben, ihn oft vergessen und verdrängt.
Furchen durchziehen Dein Gesicht und die Haare, einst weißblond, dann immer dunkler
werdend, künden schon bald vom grauen Herbst des Lebens.
Der Mund öffnet sich leicht und ein Lächeln deutet sich an. Schüchtern, wie einer fremden
Person gegenüber und die Selbstsicherheit des Tages zerschmilzt im trüben Neonlicht.
Der Junge, der Du einst warst, tritt nun ganz hervor und grinst Dich frech an. Du möchtest mit
ihm tauschen, auf der anderen Seite des Spiegels stehen.
Leider ist es kein Märchen, keine Magie ist spürbar, nur graue, nackte Realität. Ein letztes Zwinkern
an Dich selbst, das kalte Neonlicht erlischt und der Spiegel ist dunkel.
Du bist wieder allein.

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