Leben & Arbeit

Flashmob vs Smartmob

 

Flashmob ist nicht gleich Flashmob. Eigentlich sind viele, die so genannt werden, gar keine. Noch Fragen?

Es begann damit, das am 05.März zu einem Flashmob via Facebook in Dresden aufgerufen wurde. Auf der Haupteinkaufs- und Bummelstrasse Dresdens, der Prager Strasse, sollte ein allgemeines „Hinlegen“ veranstaltet werden. Das klappte mehr oder minder gut.

Gut die „Generation Facebook“ liegt nicht einfach bewegungslos da, sondern fotografiert, twittert und albert herum, aber das ganze soll ja auch einen gewissen Spaßfaktor beinhalten. Überhaupt schienen letztlich mehr „wissentliche“ Zuschauer und Fotografen vor Ort als Akteure. Trotzdem war es ein Hingucker und wer tatsächlich überrascht wurde, fand es sicherlich nicht schlecht.

Hinterher ging dann online die Diskussion darüber hoch her, wieso das Video eines Flashmobs im Berliner Hauptbahnhof, welcher Tage zuvor stattgefunden hatte, soviel mehr Besucher bekommen würde als die Dresdner Aktion. Der Schlagabtausch ging über Twitter, Facebook bis hin zu Youtube und dauert an. Es ist von der Monetisierung der Kunst und dem Einfluss großer Firmen auf die Flashmob-Szene die Rede.

Völlig dabei vergessen wird, dass vieles, was wir heute als „Flashmob“ bezeichnen, im Grunde gar keine sind. Es hat sich eingebürgert solche scheinbar spontane Aktionen so zu nennen, egal wer sie inszeniert und hinterher vermarktet.

Wikipedia hilft dort in der Aufklärung weiter:

„Obwohl die Ursprungsidee unpolitischwar, gibt es mittlerweile auch als Flashmob bezeichnete Aktionen mit politischem oder wirtschaftlichem Hintergrund. Diese müssten auf Grund ihrer Sinnhaftigkeit und Zielgerichtetheit als Smart Mob bezeichnet werden.“

So sind Aktionen wie die indessen recht bekannten T-Mobil Aktionen in dem Sinne eher Smart-Mobs, während die legendäre Osnabrücker Kissenschlacht ein reines prrivates Vergnügen war. Und hier genau sind auch die Unterscheidungen zu sehen. Während Smart-Mobs als „Versammlung unter freiem Himmel“ (was ja auch nicht immer ganz stimmig ist) anmeldepflichtig sind, gelten private Flashmobs als „öffentliches Vergnügen“ und sind somit nur anzeigepflichtig.

Viel wichtiger aber erscheint mir das Ende der Vergleiche zwischen einem privaten Flashmob, der meistens kunterbunt und wenig organisiert ist und einer kommerziellen Veranstaltung, hinter der ein ganzes professionelles Team steht und welche meist lang im Vorfeld schon mit den Akteuren eingeprobt wurde. Beides hat seine Berechtigung, doch sollte nicht länger beides als „Flashmob“ bezeichnet werden. Man sollte wissen woran man ist.

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