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Feedly statt Google Reader, das Leben eines RSS-Feed

Da war der Aufschrei und Schrecken bei vielen aber groß, als Google unlängst bekannt gab, seinen RSS-Dienst endgültig dicht zu machen. Zu wenig genutzt, unmodern? Nach den Reaktionen zu urteilen beides wohl nicht, vielleicht eher unrentabel. Es zeigte einmal mehr die Macht, die ein einzelnes Unternehmen ausüben kann, an dessen Produkte sich so viele gebunden haben.

Ich will nicht behaupten, das es mich nicht auch überrascht hat und selten gab es soviel Protest gegen die Einstellung eines Dienstes wie bei diesem. Jedoch haben RSS-Feeds für mich schon längst nicht mehr den Stellenwert, den sie früher einmal hatten. Längst ist die große Sammel- und Lesewut vorüber. Viele der Themen und Seiten nehme ich indessen eher über Facebook oder Google+ wahr, habe sie dort abonniert oder eingekreist und einzelne  interessante Artikel wandern in Evernote oder Pocket. Die Informationsschwemme der letzten Jahre drohte zur reinen „Sinn“flut zu werden. Meine Abschied vom Google RSS fällt also eher mit einem Schulterzucken aus.

Feedly als Ersatz?

Trotzdem, um nicht alles aufzugeben, suchte ich, wie so viele andere, nach einem vernünftigen Ersatz. Flipboard schaute ich mir noch einmal an, aber irgendwie konnte mich dieser Dienst schon damals nicht recht überzeugen. Schließlich landete ich im Zog der Berichterstattung bei Feedly. Der „bessere RSS-Dienst“ kommt aufgeräumt, modern aber leider ohne eigene Desktopanwendung daher. Klar, man kann alles bequem im Browser sich anschauen, doch es hatte für mich schon auch stets Vorteile da gesondert zu haben. Seis drum!

Ob Listen- oder Magazinansicht, von der Optik her bietet Feedly für Otto-Normal-Verbraucher erstmal alles, was man sich wünscht. ich kann interessante Artikel gleich in mein Evernote verschieben oder bei Facebook, Google+ oder Twitter posten. Und doch gibt es auch wieder einige Dinge die mich massiv stören. Das Veröffentlichungsdatum einzelner Beiträge, gerade auch älterer Artikel, lässt sich nur umständlich oder – je nach Ansicht – gar nicht darstellen. Da muss dann erst der Artikel selbst mühsam im Original geöffnet werden.

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Bei der Angabe meiner Lieblingstools zum geilen soll ich diese in eine Art von Tagliste eingeben? Wie Web1.0 ist das denn bitte?

Eine neue Kategorie kann ich nicht schon vorab anlegen, sondern muss erst mit Inhalt gefüllt werden um existieren zu können. Für Leute, die täglich beruflich mit RSS-Feeds umgehen, sicherlich nicht besonders optimal.

Trotzdem, auch wenn es noch so einiges gäbe, was es zu verbessern gilt, scheint mir Feedly zunächst als brauchbare Lösung für meine verbliebenen RSS-Feedy. Eigentlich aber hoffe ich auf eine entsprechende Möglichkeit bei Evernote, welches sich damit dann endgültig zum one-and-only mausern würde.

 

3 Kommentare

  • Hi,
    ja, das war sehr sehr schade, das mit dem Google Reader und ich habe diese einfache und schlichte RSS-Feed-Möglichkeit sehr gerne genutzt. Aber nun habe ich es schon fast vergessen und habe meine Feeds nur in Feedly und bin damit eher glücklich als alles andere.

    Feedly bietet mir alles, was ich brauche und Artikel teilen, tue ich eh direkt auf den jeweiligen Blogs. Ich lese nie Artikel im RSS-Reader und schaue nur drüber, sobald mich ein Thema anzieht, dann wird gleich gewechselt, gelesen und kommentiert.

    Deinen Blog packe ich jetzt ich nach Feedly :). Was ich hier noch vermisse, ist es ein Mail-Kommentar-Abo. Damit wäre das Ganze dann abgerundet und man wäre über nachfolgende Kommenntare bestens informiert. Vll. setzt du es noch um und dafür gibt es ein paar hilfreiche Plugins.

  • Danke für die Info, habe Deine Rezension eben entdeckt. Das mit dem Mail-Abo nehme ich mal auf die To-Do Liste. Danke sehr!

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