Leben & Arbeit

Entschuldigung, wie spät ist es?

Clock Uhren

Da stand ich also nun. Eine einsame Straße im leichten Regen, weit und breit keine Menschenseele und es wurde zusehens dunkler. Telefonzellen gibt es schon lange nicht mehr und die Uhr am Rathaus weiter hinten zeigte unverdrossen Zwölf Uhr Mittags.

Für einen Moment überlegte ich an irgendeiner Haustür zu klingeln, aber die Frage, die dann zu stellen hätte…

Entschuldigen Sie, wie spät ist es?

Die Haltestelle der Strassenbahn verriet mir zwar das die Bahnen um die Zeit nur noch alle halbe Stunde fuhren, aber wenn man keine Ahnung hat wie spät es gerade eigentlich ist, dann hilft einem das auch nicht wirklich weiter.

Jahrelang hatte ich schon auf Uhren verzichtet. Mein Smartphone war meine Uhr, mein Terminkalender und Draht zur Welt. Und wie das mit strombetriebenen Dingen so ist, ohne Strom nix los. Akku alle heißt in dem Fall: keine Uhrzeit, keine Kommunikation, nix mehr. Hallo Steinzeit.

Dabei war alles mal ganz anders gewesen. ich war früher ein regelrechter Uhrenliebhaber und hatte eine ganze schöne Sammlung verschiedener Modelle. Vom klassischen Anzeiger mit Lederarmband, über Digitale Funktionsvielfalt bis hin zu sehr spacigen, modernen Uhren, ob mit Batterie oder manuell aufziehbar. Wobei mich bei den manuellen Uhren stets der Wahnsinn der Sommerzeit-Umstellung gestört hat, aber dafür können ja die Uhren nichts.

Maurice Lacroix hatte es mir besonders angetan. Die Uhren, die so wunderbar das Innere und das Äußere verbinden, sind einfach ein echter Hingucker. Sicher, man kann für eine gute, besondere Uhr schon den Wert einer durchaus hochwertigen Spiegelreflexkamera hinlegen, aber wie bei allem hat besondere Qualität durchaus auch seinen Preis und es gibt auch tolle Uhren schon für den kleineren Geldbeutel.

Zeitlos, ratlos, rastlos

Dieser Abend lehrte mich auf mein Handakku rechtzeitig zu achten, aber auch die Überlegung, ob es nicht an der Zeit wäre, die Uhren aus meinen Schreibtisch zu holen und zu tragen. Irgendwie hatte ich dieses Gefühl ja doch vermisst.

 

 

 

Fotoquelle: © Pixabay – Gerd Altmann 

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