Gesundheit

Den HIV-Test jetzt auch ganz einfach für Zuhause?

Vor- und Nachteile eines möglichen HIV-Schnelltests zu Hause. Kann der HIV-Schnelltest die Krankheit eindämmen?

Für fast alles kann man zu Hause mittlerweile einen Schnelltest durchführen. Warum also nicht auch für einen HIV-Test. Schließlich wissen viele Menschen gar nichts von ihrer Erkrankung und suchen auch trotz Anzeichen aus Scham selten einen Arzt auf. Um in Zukunft diesen Menschen zu helfen, aber auch um Ärzte zu entlasten, soll ein neuer HIV-Test für Zuhause sorgen.

Der neue HIV-Schnelltest

Die Referentin beim Bundesgesundheitsministerium, Susanne Wackers, bescheinigt dem neuen HIV-Schnelltest, der bereits in Großbritannien und in Frankreich für den Hausgebrauch legal ist, eine hohe Genauigkeit und eine einfache Handhabe. In Deutschland darf der Test jedoch bislang nur an Ärzte, medizinische Laboratorien und Behörden verkauft werden. Dass jedoch noch in diesem Jahr die Abgabe in deutschen Apotheken und ausgewiesenen HIV-Beratungsstellen zulässig wird, darauf hofft insbesondere die Deutsche Aids-Hilfe. Schließlich weiß Holger Wicht, der Sprecher der Deutschen Aids-Hilfe, dass der HIV-Heimtest jene Menschen erreicht, die vielleicht aus Scham oder Angst bislang nicht zum Arzt gegangen sind.

Die Autoimmunkrankheit unter Kontrolle bringen

Das erklärte Ziel der Vereinten Nation besteht darin, bis 2030 die HIV-Krankheit einzudämmen. Für Deutschland wird die Latte sogar noch höher gesteckt. Denn hier soll dieses Vorhaben früher umgesetzt werden. Bereits ab 2020 soll hier niemand mehr an Aids erkranken. Dabei ist die Zahl der HIV-Neuinfezierten seit zehn Jahren in Deutschland stabil, d.h. die Zahl von zirka 84.700 Erkrankten wird auch nicht kleiner.

Das Robert Koch Institut wusste dabei für das Jahr 2015, dass bei rund 3.900 Menschen in Deutschland die HIV-Krankheit diagnostiziert wurde. Darunter waren 1.200 Menschen, die sich jedoch bereits viele Jahre früher infiziert hatten und deren Immunsystem dementsprechend schon stark angegriffen war. Nach Schätzungen des Robert Koch Instituts leben jedoch immer noch etwa 12.600 Menschen mit dem HIV-Virus, ohne sich ihrer Erkrankung bewusst zu sein. Davon seien die Mehrzahl zwar homosexuelle Männer, aber auch bi- und heterosexuelle Männer und Frauen seien betroffen.

Aids ist schon lange kein Todesurteil mehr

Eine HIV-Erkrankung lässt sich heutzutage wie eine chronische Krankheit behandeln. Medikamente verhindern dabei, dass Aids ausbricht. Gerade weil also die Behandlungschancen so gut stehen, aber auch weil HIV ohne es zu wissen an die Geschlechtspartner weitergegeben werden kann, ist ein Arztbesuch so wichtig. Schließlich kann die Immunschwäche Aids, die durch HIV verursacht wird, unbehandelt immer noch tödlich sein.

Kann der HIV-Schnelltest die Krankheit eindämmen?

Diese Frage kann nicht mit absoluter Sicherheit beantwortet werden. Feststeht nur, dass HIV nicht unbedingt ein beliebtes Thema ist. Menschen scheuen daher auch trotz des Verdachts einer HIV-Krankheit vor einem Arztbesuch zurück. Aber auch im Rahmen von ärztlichen Untersuchungen geht die Krankheit häufig unter. Dies liegt wohl auch daran, dass Mediziner die Einwilligung ihrer Patienten benötigen, um einen HIV-Test durchführen zu dürfen. Doch viele Ärzte haben aus Angst vor der Reaktion ihrer Patienten, Scheu danach zu fragen, weiß Wackers zu berichten. Genau das ist der Grund, warum sich Experten von dem HIV-Schnelltest nun die Eindämmung der Autoimmunkrankheit versprechen.

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