Musik

Billie Holiday – Sehnsucht nach Sommer

Billie Holiday

Ein lauwarmer Sommerwind zieht über die Stadt. Kerzen flackern leicht auf dem Balkon. Es ist dunkel und aus der Ferne klingt ein Gesang mit der Sehnsucht nach dem fast vergangenen Sommer über die Häuser.

„Gone with the wind“ singt Billie Holiday. Ihre Stimme, so unverwechselbar, dazu der jazzige Sound der Dreißiger und Vierziger. Spätestens wenn ihre Version von „As time goes by“ erklingt, spüren wir wie der Sommer vergeht und doch etwas bleiben wird. Ihre Musik.

Billie Holliday, mit bürgerlichem Namen eigentlich Elionora Harris (7.April 1915 – 17.Juli 17, 1959), war eine amerikanische Jazzsängerin.

Billie Holiday trat als eine der ersten Jazzsängerinnen überhaupt mit weißen Musikern auf und überwand damit rassistische Vorurteile und Grenzen. Trotzdem holte auch sie immer wieder die tägliche Diskriminierung ein. Sie flüchtete sich oft in ihre Musik und verwandelte ihre Songs in tiefe emotionale Erlebnisse für die Zuhörer.

Am Abgrund

Die Vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts war ihre große Zeit. Sie wurde ein gefeierter Star, mit allen Höhen und Tiefen. Heroin wurde ihr ständiger Begleiter und brachten sie mehr als einmal an den Rand des Abgrundes. Später kam noch der Alkohol dazu. Auch beruflich ging es ab den 50ern bergab und am Ende ihres Lebens war sie eine vom Gesetz gejagte, welche ihre Gesundheit und ihr Talent aufgegeben hatte.

Musikalisch aber wird ihr Einfluß auf Größen wie Nina Simon bleiben, genauso wie ihre Songs. Diana Ross spielte Billie Holiday in dem Film „Lady Sings the Blues“, der 1972 ihr Leben nachzeichnete.

Billie Holiday war musikalisch wie menschlich vielschichtig, vielleicht macht auch gerade das noch heute den Reiz aus. Eine wunderbare Würdigung zu ihrem 100.Geburtstag widmete ihr die Zeit.

„Sie sei heiter, energisch, empfindsam, erfolgreich, naiv, lüstern, scheu, hilflos, freundlich, ständig pleite, kriminell, versoffen, ein Wrack.“ – Zeit.de

Noch heute kann man beim Hören ihrer Songs das Leuchten empfinden, mit welchem sie ihrer Musik das Leben einhauchte. Ihr Timbre und Timing, ihre Phrasierung, vor allem aber ihre erschütternde Emotionalität machten sie zu einer der größten Jazz-Sängerinnen des 20. Jahrhunderts.


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