Sich diesem Thema habwegs angemessen zu nähern bedarf es einiger Zeit. Viel ist und wird darüber geschrieben, einige unterschiedliche Thesen und Modelle gibt es dafür, aber letztlich kommen alle auf das Gleiche heraus: Bedingungsloses Grundeinkommen.

Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) ist ein sozialpolitisches Finanztransfermodell, nach dem jeder Bürger unabhängig von seiner wirtschaftlichen Lage vom Staat eine gesetzlich festgelegte und für jeden gleiche finanzielle Zuwendung erhält, für die keine Gegenleistung erbracht werden muss..

(Quelle: Wikipedia)

Bedeutet also in der Praxis nicht mehr oder weniger, als dass viele soziale Stützen, die derzeit für Erwerbslose und sozial Schwache notwendig sind, damit wegfallen würden (so das BGE hoch genug wäre).

Klingt doch ersteinmal recht gut oder?  Wenn automatisch jeder Bürger, vom mittellosen Rentner bis zum hochdotierten Bankmanager jeden Monat eine gewisse Summe X  zur Verfüghung gestellt würde – und das ohne Gegenleistung, also bedingungslos – würde auch der Atmsschimmel leiser wiehern. Stellt sich mir die Frage, da das Geld ja ganz automatisch käme, würden Arbeits- und Sozialämter auf ein Minimum schrumpfen, doch was machen wir mit den ganzen neu gewonnene Arbeitslosen?

Diskutiert wird viel und oft stehen dabei Zahlen zwischen 600 und 2500 Euro im Raum. Als erstes fragt sich der neugierige Betrachter wohl, wie das nun zu finanzieren sei. Auch hierfür gibt es verschiedentliche Ansätze. Die ganzen Kosten,welche bisher den sozialen Apperat stützen, könnten dort ebenso einfließen, wie die Abschaffung der Arbeitslosen- und Sozialversicherungen, die Mehrwertssteuer könnte gemäß der erhöhten Kaufkraft erhöht werden… und und und. So richtig geht die Rechnung meist nicht auf, berücksichtigt sie doch vor allem folgenden Aspekt nicht: Wird das BGE eingeführt, muss es wohl europa-, wenn nicht gar weltweit sein. Anderenfalls würde man sich vor Zuzüglern nur noch mit Stacheldraht und hohen mauern wehren können. Da machen wir uns mal nichts vor. – Doch wie schaut die Realtität aus und wie sollten – wenn wir nur nach Europa schauen – Länder mit anderen sozialen Netzen, sich das leisten können? Ein kaum solventes Griechenland kann von der Idee erstmal nur träumen.

Fakt ist, und das wird auch gar nicht bestritten, es würde die Gesellschaft verändern. Für mich bleiben nach dem Exkurs trotzdem viele Fragen offen. Bedingungslos für alle… eine scheinbar gewollte Gerechtigkeit mit einem leicht sozialistischem Anspruch, mehr dann den ohnehin schon üppigen Lohn der Bankdirektoren und Manager weiter? Und wie schaut es mit den Jobs aus? Wer macht dann die vielleicht nicht immer beliebten, aber notwendigen Jobs, wer steigt dann noch in die Kanalisation? Selbst verwirklichen wird sich da unten wohl kaum einer und als Dienst an der Gesellschaft … soweit sind wir Menschen wohl kaum. Wer macht dann also, auf gut deutsch, die Drecksarbeit, wenn alle Muße haben, sich nur noch dem zu widmen, was sie gerne täten? Welche Wirtschaft sollte das bitte verkraften?

Für mich ist die ganze Idee des BGE nicht viel mehr als eine eine schöne Idee und These. Im Grunde ist das der Sozialismus auch gewesen, nur die praktische Umsetzung hat noch nie funktioniert. Was mich erschreckt hat ist die geradezu feindliche Stimmung, wie sie von vielen in Kommentaren einem entgegenstarhlt, gegen alle, die von der Idee nicht begeistert oder übrzeugt sind. Da wird man schnell als “ewig gestrig”, als “Pessimist”, “Beamtenarsch” und schlimmeres hingestellt und leider sind das keine Einzelfälle. Die Diskussion hat eine Schärfe angenommen, die dem Thema eher hinderlich sein dürfte.

Wer sich selbst ein Bild vom Thema machen mag, dem steht das Web dazu weit offen. zwei Links greife ich mal heraus und gebe sie zum Besten:

Bedingungslos ist nichts im Leben, nicht mal die Liebe…